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23.02.2012
LEMGO
Studie: "Biomasseanbau ist im Kreis Lippe noch möglich"
Pflanzenschutztagung der Landwirtschaftskammer NRW in Matorf

Volles Haus | Foto: Krull

Lemgo-Matorf. Zusätzliche 7963 Hektar könnten in Lippe für den Biomasseanbau genutzt werden. So lautete das Ergebnis eines Vortrages auf der Pflanzenschutztagung der Landwirtschaftskammer NRW in Matorf. Außerdem ging es auch um den Ist-Zustand der Anbauflächen und um Herbizidempfehlungen.

Referent Stefan Berens, von der Landwirtschaftskammer NRW, hatte in einer Studie nach dem Biomassepotenzial im Kreis Lippe gesucht. Biomasseanbau verändere Landwirtschaft und Landschaft, so Berens. Sichtbares Merkmal: Der Maisanbau in Lippe hat von 2003 bis 2011 um 300 Prozent, von 1535 Hektar auf 4548 Hektar Fläche zugenommen. Mit Mais sei die beste Biogasausbeute möglich, Zuckerrüben seien vielleicht eine Alternative, aber eine Umstellung auf Gras oder anderen Grünschnitt eher schwierig, hatte der Referent im Vorfeld betont.

Sein Fazit aus der Biomassepotenzialstudie lautete: "Nachhaltiger und landbaulich verantwortungsvoller Biomasseanbau ist im Kreis Lippe möglich." Von insgesamt 46 160 Hektar Ackerfläche brutto bleiben demnach 7963 Hektar, also etwa 17 Prozent, übrig, die für den Anbau von Biomasse genutzt werden könnten. Die sind allerdings nicht mehr gleichmäßig auf Lippe verteilt.

Berens stellte fest, dass die Möglichkeiten für Biomassepotenzialflächen in den Gemeinden durchaus unterschiedlich seien. Während in Dörentrup, Horn-Bad Meinberg und Schlangen das Potenzial ausgeschöpft, sah er in Lage und Barntrup die größten Möglichkeiten zum Anbau von Biomasse und damit der Errichtung von Biogasanlagen. Allerdings prognostizierte Berens, dass man davon allenfalls 20 bis 60 Prozent mobilisieren könne. Die unterschiedliche Gewichtung der Kriterien Ökonomie, Standort und Verkehrslage nannte er als Hinderungsgründe.

Der Einzelbetrieb brauche zudem ein "überbetriebliches Nährstoffmanagement", sprich Möglichkeiten, Kompost oder Gülle auch außerhalb der eigenen Ackerflächen unterbringen zu können. Anbaualternativen zum Silomais sollten zudem die Fruchtfolge auflockern und die Logistik entzerren, stellte der Referent fest.

Einen Überblick über die momentane Situation auf den Äckern gab Dirk Sprute von der Landwirtschaftskammer NRW. Er stellte fest, dass insbesondere der Weizen gelitten habe, um Raps und Roggen mache er sich eigentlich keine Sorgen. "Wir haben aber noch Potenzial bei der Wintergerste, die Pflanzen haben noch ein intensives Wurzelsystem. Solange alles fest sitzt haben wir noch eine Chance", so Sprute. Er riet dazu, Ruhe zu bewahren und nicht gleich neues Saatgut zu kaufen.



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