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23.02.2012
DETMOLD
Streit um Nationalpark im Teuto nimmt an Härte zu
Ermittlugnen gegen Landrat Friedel Heuwinkel - Veränderte Kulisse im Gespräch
VON HUBERTUS GÄRTNER

Pro und Contra Nationalpark | Foto: LZ

Detmold. Die Auseinandersetzungen um einen zukünftigen Nationalpark im Teutoburger Wald spitzen sich immer stärker zu. Nach einer Strafanzeige wird nun sogar gegen den lippischen Landrat Friedel Heuwinkel (CDU) ermittelt. Eine Bürgerinitiative forderte Mittwoch den sofortigen Stopp aller Planungen.

Die NRW-Landesregierung und viele Naturschützer fürchten, dass der Nationalpark wegen starker Widerstände und politischer Uneinigkeit nicht wie geplant auf lippischem Gebiet realisiert werden kann. Das Projekt "Nationalpark Teutoburger Wald" sei durch den Kreis Lippe "ins Leben gerufen" worden, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Es werde "vom Land ausdrücklich begrüßt und, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, als regionale Initiative auch unterstützt". Dass der Teutoburger Wald "nationalparkwürdig ist, ist unzweifelhaft und wurde durch Fachgutachten belegt", so Remmel.

Nach Informationen dieser Zeitung wird bereits an einer veränderten Kulisse für einen Nationalpark gearbeitet, die ohne die Flächen des Prinzen Stephan zur Lippe auskommen kann. Der Adlige ist ein erklärter Gegner des Projektes. Obwohl ihm ausdrücklich zugesichert werden sollte, dass er auf seinen Waldflächen weiter wirtschaften dürfe wie bisher, wehrt er sich dagegen, dass sein Eigentum in eine Nationalparkkulisse mit einbezogen und "überplant" wird.

Vor allem der lippische Landrat Friedel Heuwinkel (CDU) wird von Nationalparkgegnern und auch in seiner eigenen Partei immer mehr unter Beschuss genommen. Ein Rechtsanwalt aus Detmold, der Jägerkreisen zugerechnet wird, hat gegen Heuwinkel eine Strafanzeige erstattet. Darin wird dem Landrat vorgeworfen, dass er zum Nationalpark Anzeigen in Zeitungen geschaltet und dadurch Steuergelder verschwendet habe. Es werde geprüft, ob eine Untreue vorliege, sagte Oberstaatsanwalt Christopher Imig. Zur Debatte stehe dabei eine Summe "im unteren vierstelligen Bereich".

Unterstützung von Töpfer und Buß

Heuwinkel ist sich keiner Schuld bewusst. Nach einem Mehrheitsvotum des lippischen Kreistags habe er über den geplanten Nationalpark in der Öffentlichkeit informieren müssen. Nichts anderes sei mit den Annoncen geschehen, sagte er. Heuwinkel sieht in dem Nationalpark auch weiterhin "eine einmalige Chance für die Region".

Unterstützt wird er in dieser Position zum Beispiel von dem früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) und dem ehemaligen Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß. Die Befürworter des Nationalparks können sich unter anderem auf ein Gutachten des Instituts Roland Berger berufen. Es hatte erhebliche positive Effekte, zum Beispiel 4,2 Millionen Euro Mehreinnahmen pro Jahr, durch den Nationalpark-Tourismus errechnet. Karsten Otte, Sprecher der OWL-Umweltverbände, sieht die Gefahr, dass durch "parteipolitische Machenschaften" und "unsägliche Desinformationen" ein " wichtiges Projekt für die Region OWL im Vorfeld kaputtgeredet" wird.

Die Nationalparkgegner zweifeln Sinnhaftigkeit und Nutzen des Nationalparks grundsätzlich an. Die Einnahmen würden die Kosten bei weitem unterschreiten, sagt Doris Meierjohann vom Bund der Steuerzahler. "Nach der Absage der Gemeinde Horn-Bad Meinberg und von Prinz zur Lippe, die ihre Waldflächen für den Nationalpark nicht zur Verfügung stellen, ist die ursprünglich vom Land NRW und dem Landrat Heuwinkel vorgestellte (8.650 Hektar große) Kulisse nur noch Makulatur", glaubt Jürgen Ruth, Vorsitzender der Initiative "Unser Teutoburger Wald".


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Kommentare
@fw + Felix:
Interessante und lustige Vorschläge. Ich kann nur hoffen, dass sie keiner der Verantworlichen für die Nationalparkpläne in Egge und Teutoburger Wald liest. Nacher kommen die tatsächlich noch auf die Idee sie umzusetzen...

@fw+meier: Ich möchte sie beglückwünschen zu der guten Idee. Da ja aktuell der Presse zu entnehmen, die ICE Linie Bielefeld als "Tor zum Nationalpark" mit einigen zehntausend Euros bereits analysiert wird, sollte mann überlegen, diese kleinen Parkanteile dann möglichst ggfs. schnell einzuzäunen und unterirdische Trassen zu dann oberirdischen Eingangstoren zu installieren. Das Einzäunen muss schnell laufen, da die heute bereits vorkommenden Wildkatzen und Luchse schnell das Weite suchen, da der natürliche Koridoor ein anderer ist.,, Auch ua. genetisch verkümmerndes Rotwild würde sicherlich ,ob seiner Isolation, schnell durch Kröten/seltene Pflanzen, etc. als Werbehighlight ersetzt werden, welches gerade in großen Massen junge naturhungrige Familien aus dem Ruhrpott nach Lippe/Egge holen wird. Wer zB. den NP. bei Zingst/Darss mit seinen unendlichen Weiten im Hinterland kennt, weiss, das es hier schon lange nicht mehr sinnvoll um Natur-/Umweltaspekten etc. geht, sondern leider um Durchsetzung von Ideologien und Düsseldorfer Koalitions-vereinbarungen, in dem Zusammenhang sei noch mal kurz ua. verwiesen auf internationale Richtlinien von ca. 10000 ha. Mindestgröße für ein NP. und zwar von anerkannten Spezialisten definiert. Wenn der Gaul tot ist, absatteln !

@Meier Kann es sein,daß wir uns einer ganz geschickten Marketing-Idee nähern?Nicht 3 Teile ,nein gleich 3 - in Worten: drei - Nationalparks.Kleines Lippe - kleine Nationalparks - aber gleich 3 Stück.Das ist doch eine Super-Idee! Wer sollte uns das nachmachen? Solch ein Alleinstellungsmerkmal könnte sogar die LTM vermarkten.Solch ein Alleinstellungsmerkmal bliebe wohl auch nach der Gründung von weiteren Nationalparks quer durch Deutschland erhalten.Wenn Herr Remmel dann auch noch Zuschüsse für 3 (!) Nationalparks gewährt - egal,ob direkt oder über irgendwelche Stiftungen -,da wir doch mindestens 6 Eingangszentren bräuchten,könnten wir uns den von "Roland Berger" versprochenen goldenen Zeiten doch noch annähern.Da die Massen von Touristen,die schon aufgrund des "Alleinstellungsmerkmals" angelockt werden,die Strecken zwischen den 3 Nationalparken bestimmt nicht fußläufig überbrücken wollen,brauchen wir große Parkplätze an den Eingangszentren,was auch das heimische Baugewerbe nach vorn bringen würde,obwohl "Roland Berger" doch gar keine positiven Effekte für diesesGewerbe ausgewiesen hat.

@SR, sagen sie doch konkret welche Personen und welche Statements sie hier unter diesem Artikel meinen. Ich kann keineswegs hier Beleidigungen erkennen.

Gewisse Personen die hier ihre Statements abgeben
sollten mit ihren Aussagen etwas Vorsichtig sein.
Ich höre und lese immer nur Herr HEUWINKEL ...
wann wird begonnen gegen die 54 anderen Herren
und Damen aus dem "Ausschuss " vorzugehen ? Jeder hat seine Meinung und ja , die sollte auch akzeptiert werden aber Beleidigungen aller Art die ins persönliche und unter die Gürtellinie gehen sind lächerlich und weisen nur darauf hin
das es viele gibt , die nicht in der Lage sind sachlich zu bleiben und normal zu Diskutieren . Traurig das es so weit kommt ....



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