Kreis Lippe. Ein Nationalpark, so Fraktionsvorsitzender Dr. Harald Pohlmann, nutze niemandem, sei touristisch unbedeutend und stelle eine Last für alle Steuerzahler dar. Außerdem gefährde die Diskussion "einen weitgehenden Konsens in Grundfragen innerhalb der lippischen 'kommunalen Familie' und innerhalb der CDU".
Andere Spitzenvertreter der Union aus den lippischen Kommunen sind diesbezüglich zurückhaltender. Es gebe kein "abgestimmtes Meinungsbild", sagt etwa der Lagenser CDU-Chef Michael Biermann, der sich persönlich ebenfalls noch "nicht festgelegt" hat. Sein Detmolder Amtskollege Friedrich-Wilhelm Sundhoff glaubt zwar, dass derzeit eine Mehrheit seiner Parteifreunde den Nationalpark kritisch sieht, möchte allerdings Ende März noch eine Informationsveranstaltung anbieten und dann bei bei den Mitgliedern ein Votum abfragen. Er selbst hält einen Nationalpark nicht per se für Unsinn, allerdings müsse die Kulisse schon eine ausreichende Größe haben.
Der Fraktionschef der Salzufler CDU, Volker Heuwinkel, und Vizechef der Blomberger Ratsfraktion, Jörg Kleinsorge, sehen keine Veranlassung, sich aus kommunaler Sicht zu diesem Thema zu äußern. Auch der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Oerlinghausen, Michael Smolnik, verweist auf die Beschlusslage der CDU-Kreisorganisation.
Unterdessen hat die SPD-Kreistagsfraktion einen weiteren Aufschub der Entscheidung im Kreistag über einen Nationalpark verlangt. Dieses Thema sollte nach den bisherigen Planungen in der Sitzung am 12. März behandelt werden. Nun vertritt SPD-Chef Kurt Kalkreiter die Auffassung, zunächst müsse das Wertgutachten vorliegen, aus dem sich ableiten lasse, welche Waldflächen der Landesverband Lippe als Entschädigung für seine Nationalparkflächen erhalte. Dann sollte der Kreistag vor einer eigenen Entscheidung wissen, ob der Landesverband den Flächentausch akzeptiere. Im Übrigen sei auch mit den Ergebnissen der Runden Tische nicht kurzfristig zu rechnen. Zudem fehle noch die endgültige Gebietskulisse. Der Kreistag habe gerade erst einen Schlichter beauftragt, deren Umfang nach Gesprächen mit den Eigentümern zu erarbeiten. "Bevor wir nicht wissen, über welche Flächen wir befinden sollen, sollten wir gar nicht befinden", so Kalkreuter.













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