Sonnabend, 20.09.2014
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17.07.2012
KREIS LIPPE
Remmel: Nationalpark-Entscheidung in Lippe in diesem Herbst

Im Interview | FOTO: DPA

Kreis Lippe. Die Gründung eines Nationalparks in OWL erhitzt die Gemüter. Was sagt NRW-Umweltminister Johannes Remmel zur Forderung eines Planungsstopps? Matthias Bungeroth sprach mit ihm.

Herr Minister Remmel, das Projekt eines Nationalparks Senne/Teutoburger Wald wird in OWL weiter kontrovers diskutiert. Wie steht Ihr Haus zu dem Projekt?

JOHANNES REMMEL: Wir arbeiten nach wie vor auf Grundlage des Landtagsbeschlusses von 2004, der ja einstimmig bei Enthaltung von CDU und FDP erfolgt ist. Darin wird die Landesregierung gebeten, Anstrengungen zu unternehmen, einen Nationalpark auszuweisen im Bereich Senne/Teutoburger Wald, bei gleichzeitiger militärischer Nutzung. Das ist die Arbeitsgrundlage der Landesregierung. Dazu kommt die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, dass wir Projekte, die in der Region auf den Weg gebracht worden sind, unterstützen und begleiten. Das betrifft auch das Projekt Teutoburger Wald. Wir versuchen, in Verhandlungen mit dem Landesverband Lippe die Flächen so zu tauschen, dass wir den Grundsatz umsetzen können, dass ein Nationalpark nur auf öffentlichen Flächen eingerichtet wird.

Wie ist der Stand der Gespräche über einen Flächentausch mit dem Landesverband Lippe?

REMMEL: Nach Bewertung des Gutachters wird nun konkret in der Fläche der Wald auf seine Wertigkeit hin begutachtet. Das ist ein längerfristiges Verfahren. Ich hoffe und gehe davon aus, dass wir das im Herbst abschließen.

Welche Knackpunkte sehen Sie bei der Realisierung eines Nationalparks Teutoburger Wald?

REMMEL: Ich habe manchmal den Eindruck, da wird auch mit Ängsten gespielt. Beim Wegekonzept wird von Schranken gesprochen, die bald überall stehen. Wir möchten im Gegenteil, dass die Menschen, die dort leben, aber auch Besucher unser Naturerbe sehen und erleben können, das weitergeben und davon begeistert sind. Dann ist da die Frage der Versorgung der Wirtschaft mit Holz und der Privatbürger mit Brennholz. Auch da wird man die Fakten noch mal gegeneinander legen müssen. Und: Auch in Nationalparken wird künftig gejagt werden müssen.

Jüngst wurden von den Gegnern Forderungen erhoben, das Projekt in der Senne müsse sofort fallengelassen werden. Grund sei, dass das Ende einer militärischen Nutzung des Truppenübungsplatzes Senne nicht absehbar sei.

REMMEL: Ich gehe davon aus, dass die jetzige militärische Nutzung durch die britische Rheinarmee mit dem Abzug der Truppen endet. Das ist auch das Dach, unter dem die derzeitige Nutzung der Bundeswehr stattfindet, die in Augustdorf stationiert ist. Was nach 2020 oder 2021 passiert, ist, glaube ich, nicht abschließend geklärt. Wir wollen uns aber nicht einmischen in die Notwendigkeiten des Verteidigungsministeriums.

Die Fronten in der Diskussion über dieses Thema scheinen in OWL verhärtet zu sein.

REMMEL: Die Diskussion über einen Nationalpark Senne muss man auf einer langen Zeitachse sehen. Wir sind ständig auf der Fachebene im Gespräch. Da gibt es einen Arbeitsprozess, den man fortsetzen muss. Im Bereich Teutoburger Wald, Projekt des Kreises Lippe, würde ich mir wünschen, dass wir im Laufe des Jahres zu einer abschließenden Entscheidung kommen.

Wie hoch schätzen Sie, realistisch betrachtet, die Chancen ein, dass es in absehbarer Zeit im Regierungsbezirk Detmold einen Nationalpark geben wird?

REMMEL: Darauf würde ich nicht mit Spekulationen antworten. Ich würde uns allen empfehlen, mal eine Reise dorthin zu machen, wo es seit langem Nationalparke gibt, und dort eine Befragung zu machen, ob der Status wieder aberkannt werden soll. Ich bin überzeugt, wir werden über 80-prozentige Zustimmung bekommen, dass man genau das nicht will. Wenn man den Nationalpark hat, dann gewinnt man ihn auch schnell lieb. Das wird in Ostwestfalen-Lippe auch so passieren, davon bin ich überzeugt.


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Kommentare
XP ..machen Sie sich nichts aus der *Kürzung * Ihres Textes.So ~ moderiert* halt die LZ.
Immer schön Politikkonform !!!

Im Nationalpark-Eifel, dem angeblich modernsten in der BRD, spricht man schon von Anwohner-Rassismus & Wald-Faschismus.

(...*)

*Wir weisen darauf hin, dass Vergleiche mit der NS-Zeit in diesem Fall nicht angebracht sind und von uns nicht veröffentlicht werden.
Ihr Team von LZ.de

Die angeblich geschürten Ängste haben schon einen Sinn. Im Nationalpark Darß an der Ostsee wurde auch versprochen dass alle Wege für die Bevölkerung göffnet bleiben. Das sieht inzwischen ganz anders aus, ganz allmählich wurde dort Weg für Weg für die Bevölkeung gesperrt und der Bevölkerung auf diese Weise der Zutritt verwehrt.
Das ist Nationalpark!

Komisch: Landtagsbeschluß 2004, dass war doch wohl eher 2005.

Noch komischer: Nationalpark Senne/Teutoburger Wald. Im Landtagsbeschluss wird nur die Senne genannt. Teutoburger Wald war da noch gar nicht im Gespräch.

Noch viel komischer: Bei gleichzeitiger militärischer Nutzung. Diese Idee hat doch Remmel in die Welt gerufen. Wollte er nicht gar Prinz Charles als Gründungsvater dabei haben.

Und es wird immer komischer: Militärische Nutzung endet mit Abzug der Briten. Hat der Verteidigungsminsiter chinesisch gesprochen, oder will Remmel nur das hören, was er hören will.

Reise in andere Nationalparkgegenden. Wenn ich das jetzt richtig verstehe, heißt das, weil Remmels Meinung nach in den anderen Nationalparkregionen jeder die NLPs behalten will, man in OWL auch davon ausgehen muß.

Nach diesem Interview ist meine Meinung über Remmel aber derart im Keller.

Der Nationalpark ist das Sommer(loch) Thema. Beinahe täglich gibt es in sämtlichen lokalen Medien neue Wasserstandsmeldungen.
Übrigens zur Sache "Entscheidung in diesem Herbst". Letztes Jahr hatte Remmel noch im Interview vermutet, dass der Nationalpark bereits im Sommer 2012 ausgewiesen werden könnte.



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