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13.02.2012
LAGE
Anwalt spricht über seine Arbeit als Mediator
Jurist Dr. Andreas Liebl-Wachsmuth setzt auf alternative Konfliktlösungen
VON SANDRA CASTRUP

Probleme sichtbar machen | FOTO: CASTRUP

Lage. Mediation ist ein freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes. Das Ziel: Mit Unterstützung eines Unabhängigen wollen die Parteien zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen.

Verhandeln und Vertragen ist besser als Streiten und Klagen. So lautet das Motto von Dr. jur. Andreas Liebl-Wachsmuth. Der 58-Jährige arbeitet seit 1988 als Rechtsanwalt, als Fachanwalt für Steuerrecht und seit sechs Jahren zusätzlich als Mediator. Die LZ sprach mit dem Juristen über diese noch relativ unbekannte Form zur Konfliktlösung und Krisenbewältigung.

Mediator, das hört sich an wie eine Mischung aus Moderator und Meditation. Wie genau definieren Sie Ihr Tätigkeitsfeld?

Dr. Andreas Liebl-Wachsmuth: Ein Mediator vermittelt und begleitet den Versuch einer Streitbeilegung. Dabei sind die Konfliktparteien die Hauptakteure. Sie sollen ihren Disput eigenverantwortlich regeln. Der Mediator ist dabei anwesend und für den Verfahrensablauf zuständig. Er beobachtet dabei, ordnet, stabilisiert und kann außerdem auch einige Impulse geben. Man könnte ihn daher als Katalysator beschreiben.

Geht es dabei nur um juristische Sachverhalte?

Liebl-Wachsmuth: Nein, überhaupt nicht. Das können genauso gut zwischenmenschliche, wirtschaftliche oder andere Problemfelder sein. Ich als Anwalt begleite natürlich in der Regel Meinungsverschiedenheiten mit juristischem Hintergrund. Auf jedem Gebiet gibt es Fachleute.

Allgemein bekannter sind die Schiedspersonen. Was ist da der Unterschied zu einem Mediator?

Liebl-Wachsmuth: Der Hauptunterschied ist, dass die Schiedsperson einen Fall entscheidet, indem sie einen Schiedsspruch erlässt. Ein Mediator empfiehlt nichts. Wenn er gut ist, entscheidet er auch nichts, sondern lässt die Parteien eine Lösung finden.

Wie hoch ist dabei die Erfolgsquote?

Liebl-Wachsmuth: Man spricht von dreiviertel aller Fälle, die zu einem guten Ergebnis kommen. Das Problem ist, die Sache an den Start zu bringen. Viele schaffen den ersten Schritt nicht: die Entscheidung zu treffen, mit der Mediation einen alternativen Weg zu gehen. Dazu kommt, dass die Beteiligten oft nur schwer erkennen, dass sie selbst Teil des Problems sind.

Wenn die Erfolge für sich sprechen, warum nutzen nicht viel mehr Menschen die Mediation?

Liebl-Wachsmuth: Es mangelt ganz einfach an Informationen und an Aufklärung. Mediation ist zu wenig bekannt, und es gibt noch zu wenig Anbieter.

Was kostet überhaupt ein Mediator und wer bezahlt ihn?

Liebl-Wachsmuth: Vorab wird immer eine Vereinbarung getroffen. In der Regel teilen sich die Parteien die Kosten. Man muss mit einem Stundensatz zwischen 100 bis 300 Euro rechnen. Wobei die Dauer einer Mediation relativ kurz ist, mit etwa drei bis fünf Sitzungen eine überschaubare Größe.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen, um Mediator zu werden?

Liebl-Wachsmuth: Ich habe eine Zusatzausbildung an der Universität Bielefeld absolviert, die einen Umfang von 160 Stunden über Themen wie Kommunikationstechniken und Verhandlungsführung hatte und mit einer Abschlussprüfung endete. Eine derartige Ausbildung, die nicht ganz preiswert ist, steht grundsätzlich allen Interessierten ohne Vorkenntnisse offen. Eine empathische und wertschätzende Grundhaltung gegenüber den Mitmenschen ist dabei eigentlich unverzichtbar.

Warum wollten Sie diese Zusatzqualifikation erhalten?

Liebl-Wachsmuth: Ich halte das für eine sinnvolle Ergänzung meiner rein anwaltlichen Tätigkeit. Die Techniken eines Mediators finden sich in den anwaltlichen Bemühungen wieder. Zum Beispiel klar und fair mit Mandanten, Gegnern, Kollegen, Richtern, Finanzamtsträgern umzugehen und dabei zwischen der eventuell hart umkämpften Sache einerseits und der betroffenen Person andererseits zu unterscheiden.


Echte Alternative

Im Dezember 2011 ist ein Mediations-Gesetz verabschiedet worden. Das zeigt, dass der Gesetzgeber dieses Angebot ernster nimmt. In diesem Gesetz werden Ausbildungsstandards festgelegt. 120 Stunden Mindest-Ausbildungszeit plus laufende Fortbildungsnachweise. Danach darf man sich "Zertifizierter Mediator" nennen. An vielen Landgerichten wird bereits professionelle Mediation durch Richter als alternative Streitschlichtung angeboten. (sc)



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