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28.11.2012
LAGE
Stadtverwaltung beobachtet demografischen Wandel in Lage
Die Zahl der leeren Häuser wird steigen

Nur noch eine Ruine | Foto: Asbrock

Lage (as). Die Gesellschaft wird älter: Immer weniger Kinder stehen immer mehr Senioren gegenüber. Der demografische Wandel wird auch Lage verändern. Darüber hat die Stadtverwaltung sich Gedanken gemacht.

"Quartiersbezogene kommunale Altenhilfeplanung" ist der etwas sperrige Titel, unter dem die zu erwartenden Veränderungen untersucht werden. Den Mitgliedern des Sozialausschusses stellten Torsten Fisahn, IT-Fachteamleiter, und Corinna Vogt vom Fachteam Sozialverwaltung jetzt erste Ergebnisse vor, in denen es um die Auswirkungen der Sozialstruktur durch die demografische Entwicklung geht.

Eine erste Erkenntnis daraus lautet: Die kommunale Seniorenpolitik muss sich neu ausrichten. Sie muss laut Fisahn die Wohnsituation, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Versorgungsstrukturen im Blick haben. Man müsse kleinteilig und dezentral denken und die Betroffenen am Prozess beteiligen.

Laut Torsten Fisahn wird es in Lage künftig Wohnquartiere geben, die schrumpfen, aber auch solche, die wachsen. Besonders problematisch wird es in Vierteln mit einer gleichartigen Bevölkerungsstruktur, wie beispielsweise der Papageiensiedlung: "Dort brennt es lichterloh", so Fisahn. Das liegt daran, dass die Häuser der Siedlung alle zur etwa gleichen Zeit gebaut wurden und die Bewohner etwa gleich alt sind. An Schaubildern zeigte Fisahn, dass in wenigen Jahren zunehmend Häuser nur noch von allein stehenden Älteren, zumeist Frauen, bewohnt werden und schließlich leer stehen - ein Effekt, der die Innenstadt ebenso trifft wie die Ortsteile.

Das Verhältnis der Rentner zur Erwerbsbevölkerung ist in Lage überdurchschnittlich hoch: Landesweit liegt dieser Quotient bei 33, in Lage bei 38. Hinzu komme, dass Lippe und Lage Abwanderungsregionen seien: Junge Leute verließen die Stadt und kämen vielfach später nicht zurück. Dieser Anteil liegt nach Fisahns Worten lippeweit bei 20,8 Prozent, für Lage sogar bei 23,5 Prozent.

Für eine überalterte Siedlung bedeutet das: Immer mehr Ältere wohnen zu zweit, schließlich allein in zu großen, energetisch mangelhaften Häusern. Nachbarn sterben, die Nachbarschaftshilfe wird weniger, es drohen Vereinsamung und leere Straßenzüge. "Man muss versuchen, junge Menschen in die Quartiere zu bekommen", so Fisahn. Diese müssen dazu natürlich attraktiv und mit entsprechender Infrastruktur ausgestattet werden.

Corinna Vogt versprach den Mitglieder des Sozialausschusses, die trockenen Fakten durch Quartiersbegehungen zu beleben. Die ersten soll es zu Beginn des neuen Jahres geben.


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Kommentare
"Abgewanderter": Ganz genau so ist es, das Schrumpfen der Stadt ist nicht mehr zu vermeiden, aber es müsste gezielt verwaltet werden. D. h.: Das Schrumpfen müsste zuerst einmal AKZEPTIERT und nicht immer noch ignoriert werden. Und dann müssten Strategien entwickelt werden, wie man mit dem Schrunpfen den Umständen nach am besten umgeht! Haben Sie davon in Lage schon etwas entdeckt? Hier macht so weiter wie immer.

Der demografische Ausblick gibt allerdings keinerlei Hoffnung das 'junge Leute' nach Lage kommen, grundsätzlich werden Großstädte wachsen und ländliche Regionen wie Ostdeutschland und Ostwestfalen ausbluten. Die erfolgversprechendere Strategie liegt darin das Schrupfen der Stadt zu verwalten und gezielt Überkapazitäten im Immobilienbereich abzubauen (== Abriss) und sich auf die alternde Bewohnerschicht zu spezialisieren.

Und leider: kein Student aus Bielefeld möchte freiwillig in Lage wohnen...vor allem bei 45 Minuten Fahrt.

@Altlagenser: Ich sehe wir sind uns einig. Der Fahrpreis zur Uni nach Bielefeld wäre da auch nichtmal das Problem, weil die Uni Bielfeld sogar ein Semesterticket anbietet. Aber ansonsten ist Bahnfahren in Lippe schon nicht ganz günstig, dass stimmt wohl.

Zum demogafischen Wandel kommen noch hausgemachte Probleme, die Fachhochschule wurde Lage von den Politikern genommen, da fehlen seit Jahren die Studenten. Wohnungen, die preiswert sind und zu Dutzenden leerstehen,speziell in der Innenstadt, können nicht vermietet werden. Anstatt mit der Uni Bielefeld zusammezuarbeiten,wo ie Wohnungen fehlen, geschieht nichts. Dabei ist Lage verkehrstechnisch gut und schnell mit Bielefeld verbunden, in 45 - 50 Minuten kann man mit der Bahn und der roten Stadtbahn am Campus sein. Von Sennestadt, Senne, Quelle, Hillegossen oder Heepen ist man auch nicht schneller an der Bielefelder Uni. Aber Lage ist nicht an das Bielefelder Tarifsystem angeschlossen, eine Bahnfahrkarte von Lage nach Bielefeld kostet dreimal soviel, wie eine streckenmäßig vergleichbar lange Verbindung in Berlin mit der S-Bahn. Fehlende Studenten bedeutet fehlende junge Leute, kein Wunder, daß es in Lage kein Kino, keine Diskothek, keine Studentenkneipen mehr gibt.

Also mal ehrlich immer diese Schwarzmalerei. In Lage wird doch was für die Jugend getan, immerhin bekommen wir seit 3 Jahren ein neues Großraumkino und wenn erstmal die letzten häßlichen Restbestände an Altgebäuden beseitigt und gegen einfallslose 08/15 Fassaden getauscht sind, werden die Kunden und Neubürger bestimmt in Bussen angekarrt und alle Probleme sind gelöst.



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