Lemgo. Elf Wortakrobaten aus ganz Deutschland haben rund 100 Besucher im Kesselhaus in allerbeste Laune versetzt. Der Verein "Kultur im Kesselhaus" hatte zu seinem "Katze-Poetry-Slam" geladen, der an dem Abend eigentlich gar kein richtiger "Katze-Slam" war. Denn Initiator und Namensgeber Marc-Oliver "Katze" Schuster war krank und konnte nicht dabei sein.
Stattdessen schickte der Lokalmatador Sven Stickling und Nico Bein, die ihn hervorragend vertraten und mit viel Witz und Charme durch den Abend führten. Zur Einstimmung und außer Konkurrenz gab Moderator Stickling einen seiner "Bärentexte" zum Besten und übte mit dem Publikum die Wertung der Poeten. Sieben zufällig ausgewählte Gäste bekamen hierfür kleine Punktetafeln, mit denen jeder Künstler nach seinem Auftritt bewertet wurde.
Für seine Darbietung hatte jeder Autor maximal sechs Minuten Zeit. So wurde den Lemgoer Fans ein rund dreistündiges Programm mit selbstgeschriebenen Texten aller Art geboten. Punktetechnisch eng beieinander lagen die drei Finalisten, die nach einer kurzen Pause das Publikum mit einem zweiten Text beglücken durften.
Der amtierende Poetry-Slam-Meister aus Bremen, Sebastian Butte, verdankte seinem Text "Ich könnte kotzen" über bekannte Alltagsprobleme den Einzug ins Finale. Katja Hofmann aus Halle an der Saale machte in ihrem Text "Ich hasse das" ihrem Ärger über Mettigel, nervige Nachbarn und der "Verniedlichung" Luft. Torben Schulte aus Göttingen begeisterte mit seiner Kurzgeschichte über die Ex-Freundin und dem Wunsch nach einer Betonmischmaschine. Auch in seinem zweiten Beitrag, dem "Mutmach-Text", überzeugte der Göttinger das Lemgoer Publikum und durfte sich als Gewinner über tosenden Applaus und den "Bauch der Katze" (eine kleine Umhängetasche) freuen. In dem Behältnis hinterließ das Publikum allerlei Skurriles, aber auch ein kleines Preisgeld für den glücklichen Künstler.
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