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31.01.2012
LEMGO
Referent Klaus Junghans will Spaß an Gott und an der katholischen Gemeinde wecken
"Kirche gibt dem Leben Sinn"

Fototermin vor dem markanten Glockenturm | Foto: Reineke

Lemgo. Er ist Gemeindereferent und studierter Religionspädagoge. Klaus Junghans sorgt seit 30 Jahren für die Seelen in Gemeinden. Seelsorge, die kein Wochenende kennt und sich gewandelt hat.

Mit der LZ hat der 53-Jährige über seine Arbeit in der katholischen Heilig-Geist-Gemeinde gesprochen. Dort ist er seit 1988 tätig.

Gemeindereferent klingt eher nach dröger Schreib- und Vortragsarbeit als nach aktivem Tun. Was tun Sie?

Klaus Junghans: (lacht) Ich hoffe viel. Jeder Tag sieht anders aus. Ich komme gerade von einem Seelsorgegespräch, in dem mich Menschen um Rat gefragt haben, halte nachher einen Vortrag bei russlanddeutschen Spätaussiedlern. Ich mache aber auch Geburtstagsbesuche oder liebend gerne Kirchführungen für Schulklassen. Grundsätzlich liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit in der Kommunions- und Firmvorbereitung von Kindern und Jugendlichen. Da stehen heute Elterngespräche auf meinem Dienstplan.

Info
Persönlich:
Klaus Junghans wurde 1958 als Sohn eines Handwerkers im katholischen Rietberg geboren. Schon früh lernte er im nahe gelegenen Wiedenbrück aktive Kirchenarbeit kennen und schätzen, engagierte sich bei einer Gemeindezeitung für Kinder. Nach dem Abitur studierte er an der katholischen Fachhochschule in Paderborn Religionspädagogik. Nach Stationen in Beverungen und Bad Driburg nahm er seine Tätigkeit in der Heilig-Geist-Gemeinde Lemgo auf. Er ist einer von insgesamt 258 Gemeindereferenten im Erzbistum Paderborn. Nebenher machte er seine Ausbildung zum Supervisor und berät hauptamtliche Seelsorgerteams. Klaus Junghans ist verheiratet und hat drei Töchter.

"Dienst" ist ein gutes Stichwort, was ja immer wieder in Verbindung mit kirchlicher Arbeit fällt. Fühlen Sie sich als Diener für Gott und die Menschen?

Junghans: Ich mag das Wort "dienen" nicht sonderlich gerne. Es klingt mir zu demütig. Es geht mir darum, Freude und Spaß bei Menschen an Gott und der Kirche zu wecken. Menschen zusammen zu bringen und zu beteiligen, damit Kirche zu einem Ort wird, in dem sie sich getragen und geborgen fühlen. Das, was ich tue, tue ich, weil ich an Gott glaube, und das möchte ich nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis zeigen.

30 Jahre Praxis klingt nach Routine. Wie halten Sie Kirche lebendig?

Junghans: Wenn ein Motor erst einmal warm gelaufen ist, dann geht er nicht so schnell aus. Gemeinschaft braucht Kirche. Sie gibt dem Leben Sinn. Keine andere Institution schafft es beispielsweise, dass am Sonntag 5- und 85-Jährige gemeinsam singen. Daran hat sich nichts geändert.

Und woran hat sich etwas geändert?

Junghans: Gemeinde und Kirche waren früher fester Bestandteil des Alltags. Kirche ist inzwischen kein selbstverständlicher Teil im Leben der Menschen mehr. Die Menschen sind nicht mehr stetig dabei, wollen sich nicht mehr so lange binden. Nehmen wir beispielsweise die Sternsinger oder auch das alljährliche Krippenspiel. Wir arbeiten mehr projektorientiert. Das ist eine epochale Veränderung, der auch die Kirche unterliegt.

Wie integrieren Sie diesen Wandel in Ihr Tun?

Junghans: Indem ich den Menschen ihre  Entscheidungsfreiheit lasse und zugestehe, über den eigenen Tellerrand hinaus- und nicht nur bei den Sonntagkirchgängern genauer hinschaue. Ich komme von außen, bin mittendrin, um nach innen zu bewegen. Kirche ist ein Faktor von vielen geworden. Ich muss verstehen und akzeptieren, wenn Menschen nicht so nahe dran sind und nicht jeden Sonntag zur Kirche kommen.

Was bedeutet das für die Kinder- und Jugendarbeit?

Junghans: Nehmen wir die Kommunionvorbereitungen. Sie fanden üblicherweise ein Jahr lang jeden Mittwoch statt. Jetzt lassen wir sie über zwei Jahre laufen und haben das Aktionsangebot erweitert. Das bedeutet, jeder kann sich die Termine aussuchen und entscheidet selbst, was er macht.

Sie haben 1990 die Lemgoer Pfadfinder ins Leben gerufen. Der von Ihnen gegründete Arbeitskreis "Eine Welt", der die Brasilien-Initiative  "Avicres" unterstützt, feiert sein 20-jähriges Bestehen. Was wollen Sie noch machen?

Junghans: Ich bin gebürtiger Westfale und schätze das Rheinland sehr, also werde ich als nächstes begeistert Karneval feiern.

Das Interview führte LZ-Mitarbeiterin Judith Stracke.


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