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06.02.2012
LÜGDE
Eckenga stellt die Zeitfenster auf Kippe
Dortmunder Kabarettist überflutet Lügder Publikum mit Reizen

Brillanter Schauspieler: Fritz Eckenga brachte am Samstag in Lügde tolle Szenen auf die Bühne. | Foto: Schwarzer

Lügde. "Alle Zeitfenster auf Kippe", heißt die neue Bühnenschau des Ruhrpottlers. Die hat Eckenga erst zum zweiten Mal öffentlich aufgeführt, und wie das manchmal mit Neulingen ist: Es läuft noch nicht ganz rund. Eckenga ist nun mal kein Mann für Schenkelklopfer, sondern ein Meister des Hintergründigen. Na klar, er wird auch schon mal deutlich, und er kann sich herrlich auf der Bühne echauffieren: "Schönen Tach noch", diese Floskel, die Mensch allerorten um die Ohren gehauen bekommt, bringt den schnodderigen Dortmunder zur Weißglut. "Gibt‘s bei ebay eigentlich schon Tauschbörsen für schöne Tage?", sinniert er.

Den motzenden Fußballmanager will er sich künftig verkneifen. Das hat der Kabarettist Fritz Eckenga am Samstag im Lügder Kloster verkündet. Zwischen zwei Zugaben, ganz ohne Pointe. "Der Ball ist rund und die Erde ist ‘n Dorf. Die Welt passt in‘n Stadion. Und wer ist der Chef vom Stadion? - Ich." Für eingefleischte Radiohörer ist dieser Einstieg von Fritz Eckenga als Zigarre paffender Fußballmanager seit Jahren ein liebenswerter Begleiter, und die Halbzeitpause, in der man mal über das Gesagte nachdenken kann - "Viertelstunde - schaffst Du schon" - ist längst ein geflügeltes Wort.

Doch das ist jetzt vorbei. Fritz Eckenga hatte seine Kunstfigur an den langjährigen Schalke-Manager Rudi Assauer angelehnt. Dass dieser nun in den vergangenen Tagen seine Alzheimer-Krankheit öffentlich bekannt gemacht hat, hat Eckenga bewogen, seine Figur zu den Akten zu legen. "Ich habe da länger als ‘ne Viertelstunde drüber nachgedacht, und ich möchte nicht, dass da künftig falsche Bezüge hergestellt werden", verkündete er nach der ersten Zugabe am Ende eines langen und teils noch nicht ganz ausgegorenen Programms.

Das Publikum im ausverkauften Klostersaal hing sehr wohl an seinen Lippen, aber ganz offenbar höchst konzentriert, um nichts von all den subtilen Wortwitzen und Pointen zu verpassen. Zeit für Szenenapplaus blieb da mental kaum, obwohl es wahrlich genügend Anlässe gegeben hätte. Das ist auf Dauer durchaus anstrengend, auch wenn Eckenga sich auf die Fahnen geschrieben hat, "das Publikum da abzuholen, wo es ist und nicht dahin zu schicken, wo es hergekommen ist."

Aus Eckengas Mund kommen wunderbare Sprachperlen, beispielsweise verbüßt er seine "Wohnhaft" in Dortmund.  Er ist brillant, neben allem Wortwitz auch noch ein wunderbarer Schauspieler, der zwei alte Damen im Park ebenso gekonnt auf die Bühne bringt wie zwei saufende Handlungsreisende an der Hotelbar oder den zunehmend betrunkenen Hobbykoch. Eckenga ist ein großartiger Lyriker von der Qualität eines Robert Gernhardt.

Doch eine derartige Ballung von Perlen führt zur Reizüberflutung, und so wirkte das Publikum am Ende doch ein klein wenig erschlagen.
Am besten ist Eckenga wohl doch in kleinen Dosen. Hörenswert aber auf jeden Fall.


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