Lügde. Wenn es um das neue Gesicht der Mittleren Straße geht, will man im Lügder Rathaus nichts dem Zufall überlassen. So holte sich die Verwaltung in den vergangenen Wochen nochmals Expertenmeinungen zu den anstehenden Pflasterarbeiten ein. Über die Ergebnisse wurden jetzt die Mitglieder des Bauausschusses informiert.
Zur Erinnerung: Auf der Bürgerversammlung Ende November sprachen sich die Lügder für eine Version mit durchgehendem Betonpflaster aus. Unter den Anwesenden herrschte zudem ein breiter Konsens, dass alle Eventualitäten bei einer solchen Pflasterung berücksichtigt und auf eine lange Haltbarkeit des Belags geachtet werden sollte.
Aus diesem Grund traf sich Bauamtsleiter Günter Loges gemeinsam mit den potenziellen Straßenbaufirmen zur Umsetzung der Maßnahme mit Prof. Dr.-Ing. Martin Köhler von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Ergebnis: Das neue Pflaster soll mit dem so genannten "ecoprec-Verfahren" verlegt werden. "Bei Pflaster muss immer eine Wasserdurchlässigkeit in den Untergrund gewährleistet sein, andernfalls drohen Frostschäden und Schlaglöcher", so Gregor Günnewich, Mitarbeiter des Bauamtes.
"Mit dem alternativen Verfahren dringt später kein Wasser in die Fugen, sondern es läuft wie auf einer Asphaltdecke ab", fügt er an. Vorteil: Durch das "ecoprec-Verfahren" kosteten die Arbeiten 150 000 Euro weniger als bisher veranschlagt. Der Grund: Mit dem neuen Verlegesystem ist kein Vollausbau des Untergrundes mehr nötig.
Sehr wohl von Nöten ist hingegen für die Verwaltung die weitere Förderung von privatem Engagement für die Entwicklung des historischen Stadtkerns. Aus diesem Grund wurde bereits ein "Altstadtfonds" ins Leben gerufen, der zunächst ein Volumen von 20 000 Euro aufweist. Davon übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen 12 000 Euro.
Damit Maßnahmen gefördert werden können, müssen aber auch Gelder aus der Wirtschaft oder von Privatleuten in den Topf fließen. Die Mittel sollen von einem lokalen Vergabegremium, bestehend aus dem Bürgermeister und vier Vertretern der Fraktionen, sowie fünf Personen aus privaten Institutionen, vergeben werden. "Wer das auf der privaten Ebene sein soll, dass sollten am besten das Stadtmarketing und der Seniorenbeirat entscheiden", so Günter Loges.