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02.02.2013
LÜGDE
Dr. Bertel Berendes und Jürgen Hundertmark von der FWG Lügde ziehen Bilanz
Interview: "Wir wurden nicht mit offenen Armen aufgenommen"

Lügde. Bei der Freien Wählergemeinschaft Lügde (FWG) hat es einen Generationswechsel gegeben. Jürgen Hundertmark und Dr. Bertel Berendes sind am Montag vom Rat in den Ruhestand verabschiedet worden.

Fraktionsvorsitzender Jürgen Hundertmark war zunächst 13 Jahre für die SPD und anschließend 19 Jahre lang für die FWG im Rat. Dr. Bertel Berendes hat sich 18 Jahre für die Belange der Wählergemeinschaft stark gemacht. Mit beiden sprach die LZ.

Wie kam es überhaupt zur Zusammenarbeit?

Jürgen Hundertmark:
Wir kennen uns seit 60 Jahren, sodass wir jetzt "Eiserne Hochzeit" unserer Freundschaft feiern. Über diesen Weg sind wir auch in die FWG gekommen. Dabei haben wir zwar in der Analyse die gleiche Meinung, in der Schlussfolgerung aber eine unterschiedliche.

Wie setzt sich die FWG denn überhaupt zusammen?

Dr. Bertel Berendes:
Im Grunde genommen sind wir ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Aber gerade das macht die Zusammenarbeit ja auch so spannend. Dazu gehört auch, dass es zum Teil unterschiedliche Ansichten in unseren Reihen gibt.

Sie haben den Lügder Rat 1994 ordentlich aufgemischt. Wie war das damals?

Hundertmark:
Das war in der Tat eine stürmische Zeit. Mit einem Stimmenanteil von 23,7 Prozent haben wir das beste Wahlergebnis einer Wählergemeinschaft in ganz Nordrhein-Westfalen eingefahren. Wir haben auf Anhieb 8 von 32 Ratsmitgliedern gestellt. Dabei haben wir der CDU vier Sitze weggenommen und der SPD und FDP jeweils zwei Sitze. Da war es natürlich klar, dass wir seitens der anderen Fraktionen nicht mit offenen Armen aufgenommen wurden.

Was war Ihre Motivation, eine Wählergemeinschaft zu gründen?

Dr. Berendes:
In Lügde lief alles sehr ruhig und beschaulich ab. Nach unserem Geschmack viel zu ruhig. Wir wollten deshalb gegen den alten Mief angehen und dicke Bretter bohren.

Was ist daraus geworden? Haben Sie Ihre Ziele erreichen können?

Hundertmark:
Wir wurden anfangs nicht gemocht. Die alteingesessenen Parteien hielten mit ihrer Abneigung und Skepsis uns gegenüber nicht hinterm Berg. Da wir zudem nicht die Mehrheit hatten, war es für uns nicht immer leicht. Wenn wir jedoch eines erreicht haben, dann das, dass sich die Denkweise und das Bewusstsein im Rat verändert haben.

Wie ist das denn genau zu verstehen?

Dr. Berendes:
Wir mussten erst einmal deutlich machen, dass wir hier nicht auf einer Insel der Glückseligkeit leben und dass man das Geld nicht mit vollen Händen ausgeben, sondern vorausschauend wirtschaften sollte.

Hundertmark: Auch, wenn man sich damit nicht unbedingt Freunde macht. Aber den Bewohnern der Südstadt muss klar sein, dass man nicht überall alles vorhalten kann. Im Zeichen des demografischen Wandels verschieben sich die Dinge in Richtung Kernstadt. Dafür hat sie ja auch eine andere Funktion als die Dörfer.

Können Sie das anhand eines Beispiels deutlich machen?

Hundertmark:
Für eine Stadt mit gerade mal 10 000 Einwohnern muss es keine drei Freibäder geben. Da wäre ein einziges genau die richtige Entscheidung. Auch die sechs Sportvereine müssen sich darüber im Klaren sein, dass es früher oder später nur noch eine Fußballmannschaft im Seniorenbereich geben wird.

Was stört Sie nach wie vor in Lügde?

Dr. Berendes:
Mit den Häusern in der Mittleren Straße haben wir dramatisch falsch gelegen. Der Denkmalschutz müsste erheblich gelockert werden. Die Sanierung von Fachwerkhäusern ist einfach nicht zu bezahlen. Es würde völlig ausreichen, wenn die Außenansicht erhalten bleibt.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Dr. Berendes:
Der Jugendwahn ist vorbei. Die Leute werden immer älter. Wenn sie ihre Lebensqualität erhalten wollen, müssen sie runter vom Sofa und sich für die Gesellschaft engagieren. Nur so können wir das Ehrenamt stärken.


Das Interview führte LZ-Redakteur Manfred Brinkmeier.



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