Freitag, 18.04.2014
| RSS | LZ-Nachrichtenticker | Mediadaten | Kontakt | Newsletter


02.02.2012
OERLINGHAUSEN
Rechtsradikale nutzten TuS Helpup-Sportplatz für Fußballturnier
"Der Vorstand distanziert sich"

Unerwünscht | Foto: Privat

Oerlinghausen. Als der Vorsitzende der Turn- und Sportlust (TuS) Helpup an einem Samstag oder Sonntag im Sommer vor zwei Jahren mit seinem Hund spazieren ging, wollte er eigentlich nur den schönen Sommertag genießen. Wie so oft ging er auch an diesem Tag am Sportplatz vorbei. Schlagartig war ihm die gute Sommerlaune verhagelt. "Ich habe gesehen, dass auf unserem Sportplatz die Glatzen gespielt haben." Er meinte damit eine Gruppe Rechtsradikaler, die auf dem TuS-Gelände ein Fußballturnier veranstalteten.

Wie diese Zeitung jetzt nach langwierigen Recherchen erfuhr, war es nicht das erste Turnier, das auf dem Helpuper Sportplatz veranstaltet wurde. Bereits 2009 organisierte die ostwestfälische Abteilung der Gruppe "Road Crew 24", der auch ein Helpuper Neonazi angehört, ein Fußballturnier. Damals betrieb die Road Crew OWL ein eigenes Clubhaus im benachbarten Lage-Billinghausen, was auch ein Beamter des Staatsschutzes in Bielefeld bestätigte. Darüber berichtet auch die antifaschistische Zeitschrift "Lotta" in ihrer Herbstausgabe.

Das Fußballturnier sei nicht offiziell angemeldet worden, sagt der damalige Vorsitzende der Fußballabteilung der TuS im Gespräch. "Wir wussten nichts von Rechtsradikalen", sagt er und bezieht sich auf das Turnier im Jahre 2010. Von einer Veranstaltung ein Jahr zuvor wisse er nichts. "Wir haben freie Anfahrtswege, und nur der Hauptplatz ist abgeschlossen", sagt der ehemalige Funktionär und vermutet, dass die Rechtsradikalen den Platz einfach ungefragt genutzt haben.

Dass es keine Anfrage im Jahr 2010 gab, bestätigt auch der Vorsitzende der TuS. "Wenn ich davon gewusst hätte, dann hätte die Veranstaltung nicht stattgefunden." Nachdem er die Neonazis hat spielen sehen, setzte er eine Aussprache darüber sofort auf die Tagesordnung der nächsten Vorstandssitzung. "Der gesamte Vorstand hat sich ganz klar von den Rechtsradikalen distanziert und die Veranstaltung verurteilt. Vom Vorstand ist niemand in die Sache involviert gewesen." Allerdings sagt er auch, dass der damalige Leiter der Fußballabteilung über das Turnier informiert gewesen sei und die Rechten versprochen hätten, sich "ordentlich zu benehmen". Trotzdem sei solch ein Turnier für ihn nicht zu akzeptieren gewesen. "So etwas unterstütze ich nicht, auch nicht als Jugendturnier."

Dass sie unerwünscht sind, hat wohl auch die Road Crew mitbekommen, denn 2011 fand in Helpup kein Turnier mehr statt.


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder



Kommentare
@KS es tut mir leid, daß Sie Nächte mit mir in einem Topf verbringen mussten.
Ich hoffe aber ,der @kustersche Topf war kein Eintopf !
Eintopfdenken hat nämlich eine Besonderheit....es wirft alle Andesdenkenden ,welche von der eigenen *Kusterschen Meinung* abweichen in den Einheitsbrei der Rechtstoleranz.
Das DEM nicht so ist, bemerkt man dann garnichtmehr, es herscht einfach Farbenblindheit !
Sei es drumm, ich hoffe Sie hatte eine angenehme Zeit im Topf.... ich bleibe da mal noch ein bischen :-)))..wenn die LZ nichts dagegen hat :-)

@ KS, ungerechtfertigeter Weise habe ich sie mit Berthold Schulz in einen Topf geworfen, weil dieser sich auf Ihren ersten Kommentar bezog und sich in einer m.E. zynischen Weise äußerte. Das bedauere ich.

Den weiteren Ausführungen dieses Kommentators kann ich in keiner Weise zustimmen. Letztlich ist es das Verharmlosen und Weggucken, das den rechtsextremen Entwicklungen Vorschub leistet. In diesem Sinne möchte ich "Langwierige Recherche?" zustimmen, der/die es im letzten Satz auf den Punkt bringt. Ich möchte auch nicht die Verdienste des scheidenden Vorsitzenden schmälern und kann diese auch in keiner Weise beurteilen. Aber, auf diese eine Situation bezogen, hätte er den Mund an Ort und Stelle aufmachen müssen und nicht erst während einer Vorstandssitzung. Dies gilt ebenso für alle Nachbarn, die dort wohnen. Als gebürtiger Helpuper und ehemaliges TuS-Mitglied hätte ich mir das gewünscht.

@KS: bin ganz ihrer Meinung. Ich kann auch nicht nachvollziehen, wieso es "langwieriger Recherchen" bedurfte, um an die Infos zu kommen. In Nachbereitung der Bielefelder Antinazidemo bin ich mit drei Klicks auf das "Glatzenspiel" gestossen.
Politisch bin ich auch ein Mitte-Mix, wie sie,zolle aber hier der Antifa den ihr gebührenden Respekt, bzgl. Bild- und Personendokumentation.
Journalistische Pflicht wäre es auch gewesen, mal zu recherchieren, ob es Anwerbeversuche in Schulen und Jugendgruppen gegeben hat, wie es die aktuelle Kader-Strategie vorsieht.
Wer aus der Geschichte gelernt hat, wird es mit Martin Niemöller halten: nicht erst dann Widerstand leisten, wenn es der eigenen Fraktion an den Kragen geht. Also lieber einmal zu früh den Mund aufmachen, als gar nicht mehr!

Ich toleriere weder das linke noch das rechte Extrem in der Politik...meine Einstellung ist sozial-liberal konservativ mit einem Hauch grün...der gesunde Mix in der Mitte... ;-) An dem Thema (bezogen auf den Artikel) bin ich als "alter Helpuper" (zwar weggezogen aber dennoch verwurzelt) interessiert, verstehe nur nicht, weshalb der Artikel erst jetzt veröffentlicht wird...vielleicht kann die LZ da mal Aufklärung betreiben?

@ alter Armine (Jonny Kuster)
Ihren ersten Halbsatz verbitte ich mir aufs Schärfste!!! Aber jeder interpretiert so wie es ihm paßt...Natürlich interessiert mich -wie anderen auch- die Thematik/ Problematik. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass das Turnier im Sommer des Jahres 2010 stattgefunden hat und dieser Artikel erst im Januar 2012 veröffentlicht wird. Dort fehlt mir einfach der zeitliche Zusammenhang. Weshalb liegen 1,5 Jahre zwischen dem Ereignis und dem Artikel? Im Übrigen findet heute die JHV vom TuS Helpup statt. Sie können ja den -noch- Vorsitzenden (er tritt nach 12 Jahren erfolgreicher Vorstandsarbeit nicht mehr zur Wahl an) zu seiner Zivilcourage befragen...der damalige Leiter der Fußballabteilung hat übrigens keine Funktion mehr im Verein soweit ich weiß.



 Seite 1 von 2
weiter >
  >>



Anzeige

Service
Anzeige

  
Anzeige
LZ-Geschenkideen
Anzeige
Bürgerberatung Oerlinghausen
Rathausplatz 1
33813 Oerlinghausen

Telefon: 05202-493-12


Sprechzeiten:
Montag: 7.30 - 17 Uhr
Dienstag: 7.30 - 17 Uhr
Mittwoch: 7.30 - 16 Uhr
Donnerstag: 7.30 - 17.30 Uhr
Freitag: 7.30 - 12 Uhr

Bildergalerien aus Oerlinghausen
16. Lippe Dance-Cup des Lippischen Turngaus
16. Lippe Dance-Cup des Lippischen Turngaus
Apres-Ski-Party
Apres-Ski-Party
Nikolausmarkt Helpup
Nikolausmarkt Helpup
57-jähriger Arbeiter unter Steinsegment eingeklemmt
57-jähriger Arbeiter unter Steinsegment eingeklemmt


Die LZ im Netz

Wetter in Lippe