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21.02.2012
OERLINGHAUSEN
Die Geschichte eines ungewöhnlichen Geschenks
Peter Katz will etwas spenden und fühlt sich von der Stadt Oerlinghausen schlecht behandelt
VON GUNTER HELD

Möchte geben | Foto: Held

Oerlinghausen. Peter Katz wollte der Stadt Oerlinghausen erst ein Grundstück schenken. Die reagierte nicht. Jetzt will Katz den Verkaufserlös spenden. Die Stadt ziert sich - aus vergangenen Erfahrungen mit Katz.

"Leider schien die Stadt in Person der Bürgermeisterin Dr. Ursula Herbort, kein Interesse an der Spende zu haben", beklagt sich Peter Katz in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Katz stört sich besonders am Ton, der ihm aus der Stadtverwaltung entgegenschlug. Er zitiert die Sekretärin: "Sie bekommen bei Frau Dr. Herbort keinen Termin. Für Sie, Peter Katz, hat Frau Dr. Herbort keine Zeit." "Solche Sätze sind nicht gefallen", erklärt Herbort.

Im Jahre 2010 habe es erste Telefonate zwischen Peter Katz und dem Sekretariat der Bürgermeisterin gegeben. Damals ging es um die Frage einer Befreiung von der Grünen Tonne, weil Katz seinen Grünabfall auf einem 35 Kilometer entfernten Grundstück kompostieren wollte. Im September 2010 verfügte die Verwaltung eine zwangsweise Nutzung der Grünen Tonne.

Dann herrschte lange Ruhe. Erst im Herbst 2011 habe Katz in einem Gespräch mit der Verwaltung nebenbei erwähnt, dass er eine Immobilie eventuell der Stadt vermachen könne. Im Dezember 2011 habe es einen Gesprächstermin mit dem ersten Beigeordneten Hans-Jörg Düning-Gast gegeben, bei dem über die Schenkung gesprochen wurde. Am Ende des Gespräches habe Katz gesagt, dass das Grundstück mittlerweile verkauft sei. Bei einem weiteren Termin habe Katz erklärt, den Verkaufserlös eventuell für die Jugendarbeit der Stadt spenden zu wollen.

Tatsächlich aber hat Katz der Stadt das Grundstück, das er als Immobilie bezeichnet, bereits am 8. Oktober 2010 angeboten. Sein Wunsch: Die Stadt solle es Oerlinghauser Schülern zur Verfügung stellen. Nach seiner Beschwerde entsprechend der Gemeindeordnung reagierte die Stadt. Bürgermeisterin Herbort schrieb ihm am 4. Januar 2012 und wünschte sich Angaben zur Lage und zum Wert des Grundstücks. Herbort schrieb außerdem: "Alleine würde ich mit Ihnen kein Gespräch führen wollen, da ich durch Äußerungen von Ihnen ("Ich werde abends bei Frau Dr. Herbort zu Hause klingeln, ich weiß, wo sie wohnt") mehr als irritiert bin."

Zu dem Zeitpunkt jedoch war das Grundstück in Lüdenhausen bereits verkauft. Ein Gesprächsangebot der Bürgermeisterin am 6. Februar lehnte Katz kurzfristig ab. Den Verkaufserlös, immerhin ein paar tausend Euro, möchte er weiterhin der Stadt für die Jugendarbeit stiften. "Wir würden solch eine Spende sehr begrüßen", sagt Herbort. Katz bekäme in den nächsten Tagen eine Antwort auf seine Fragen. Sollte dann noch etwas unklar sein, "kann es auch ein Gesprächen mit mir, dem Beigeordneten Düning-Gast und Herrn Katz geben".


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