Mittwoch, 23.04.2014
| RSS | LZ-Nachrichtenticker | Mediadaten | Kontakt | Newsletter


06.02.2013
OERLINGHAUSEN
Siegfried Klose geht auf die Barrikaden
Oerlinghauser baut 5,50 Meter großes Schild und protestiert gegen den geplanten Bau eines Marktes
VON KARIN PRIGNITZ

Protestiert gegen Bauvorhaben | Foto: Prignitz

Oerlinghausen. "Mauerbau im Wohngebiet" steht auf dem roten Schild, das Autofahrern und Spaziergängern von der Holter Straße aus entgegen leuchtet. Darunter: "SPD-FDP und Brinkmxxx."

Siegfried Klose möchte mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, was den Anwohnern bevorsteht, wenn der Rewe-Markt auf dem Höhne-Gelände in der Südstadt entstehen sollte.

Der 70-jährige Bewohner eines Zweifamilienhauses am Ginsterweg gehört mit Frau und erwachsener Tochter zu den von der geplanten Baumaßnahme unmittelbar Betroffenen. Klose hat das weithin sichtbare Schild auf einer Konstruktion auf 5,50 Meter Oberkannte angebracht - exakt so hoch, wie der Rewe-Markt werden soll. "Ich will demonstrieren, was hier passieren soll", sagt der Ruheständler, der nicht glauben mag, dass sich SPD, FDP und die Freien Wähler im Dezember 2011 für die Pläne zum Bau des Marktes ausgesprochen haben.

Vor sechs Jahren hat Klose aufgehört zu arbeiten, einen Anbau an sein Haus gesetzt, viel Eigenarbeit hineingesteckt. "Hätte ich gewusst, dass ein Lebensmittelmarkt direkt vor meiner Nase entstehen soll, hätte ich das doch nie getan." Dann hätte eher ein Verkauf seines Hauses zur Debatte gestanden. "Das kann ich jetzt vergessen." Klose hat die Auskunft bekommen, dass es durch den Markt-Bau eine Wertminderung "im Rahmen einer mittleren Eigentumswohnung" erfahren würde. "Das kommt noch dazu", schimpft er. Ab mittags bekäme er die Sonne wohl auch nicht mehr zu Gesicht. Außerdem würde drei Meter hinter den Grundstücken eine Lärmschutzwand entstehen.

Nachbarin Ulrike Duhme hätte nicht nur sie, sondern auch den Markt direkt vor dem Haus. "Wir säßen hier dann komplett im Dunkeln und hätten den Parkplatz direkt vor der Terrasse", bemängelt sie. Solle der Markt kommen, "werden wir dagegen vorgehen und das Umweltamt einschalten", kündigt sie an.

Siegfried Klose kennt viele Mitglieder der Fraktionen. Deshalb kann er auch nicht verstehen, dass keiner von denen, die für das Bauvorhaben gestimmt haben, vorbeigekommen ist "und uns ein Wort gegönnt haben." Insgesamt seien die Bewohner von sieben Häusern betroffen. Bei einer zufälligen Begegnung habe ein SPD-Vertreter nur gesagt: "Einer zieht im Leben immer die A...Karte. Diesmal hast du sie halt."     Mit den drei "x" auf dem Schild hat sich Klose auf das Abstimmungsverhalten der Freien Wähler bezogen. Manfred Best hatte seinerzeit gegen die Änderung des Bebauungsplanes "Oerlinghausen-Süd" votiert, Hans Brinkmann später dafür. Der Beigeordnete der Stadt, Hans-Jörg Düning-Gast, hat auf Anfrage bestätigt, dass es voraussichtlich am Donnerstag ein Gespräch mit Bürgermeisterin Dr. Ursula Herbort und dem Kreis geben wird.

Stadt hat die Planungshoheit


Der Kreis Lippe hatte als Rechtsaufsicht den Ratsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans "Oerlinghausen-Süd" seinerzeit wegen formaler Abweichungen beanstandet, zu den inhaltlichen Punkten allerdings keine Stellung bezogen. Jetzt wird es noch einmal ein gespräch geben. Franz Kemper, Leiter des Stabsbereiches Revision und Recht beim Kreis, will dem nicht vorgreifen, weist jedoch darauf hin: "Die Planungshoheit liegt bei der Stadt." Sie müsse inhaltliche Fragen in eigener Regie prüfen.(guh)


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder



Kommentare
Claudius: Die Verbrauchermärkte müßen immer auf dem neusten Stand sein. Vielleicht wird ein alter Markt dann geschlossen. Der neue Markt wird eine andere Energieversorgung haben.

Also ich wohne selbst in der Gegend und das aller schlimmste, was ich auch überhaupt gar nicht verstehen kann ist, dass wir einen zusätzlichen Supermarkt an dieser Stelle bekommen. Sorry, aber das ist SCHWACHSINN. Die gesamte Südstadt ist abgedeckt über Aldi, Netto und diesen Mixmarkt (dort kaufen viele Russen ein). Die Kernstadt hat den Jibimarkt, warum also ein Rewe nun dort? Alle umliegenden Städte haben selber einen Rewe, Marktkauf, Edeka oder Einkaufszentrum, es wird also keiner von außen kommen und in Oerlinghausen ist der Bedarf nach einem weiteren Supermarkt gar nicht. Ich kann das überhaupt nicht verstehen!

Das rote auf dem Bild ist sein Haus? Dann ist der Markt doch weit genug weg von der Grundstücksgrenze. Möchte der Herr lieber ein Privathaus nebenan haben was dichter an seinem steht?

Wie hoch ist denn das Haus von Herrn Klose?
5,50 m ist doch eher niedrig. Wenn der Verbrauchermarkt dort nicht entsteht, wird das Grundstück sicherlich anders bebaut. Recht auf eine unbebaute Aussicht gibt es meines Wissens nicht. Auf dem Foto ist eine Tankstelle zu sehen, dann ist auf der Seite sicherlich Mischgebiet.



Anzeige

Service
Anzeige

  
Anzeige
LZ-Geschenkideen
Anzeige
Bürgerberatung Oerlinghausen
Rathausplatz 1
33813 Oerlinghausen

Telefon: 05202-493-12


Sprechzeiten:
Montag: 7.30 - 17 Uhr
Dienstag: 7.30 - 17 Uhr
Mittwoch: 7.30 - 16 Uhr
Donnerstag: 7.30 - 17.30 Uhr
Freitag: 7.30 - 12 Uhr

Bildergalerien aus Oerlinghausen
Living History im Archäologischen Freilichtmuseum
Living History im Archäologischen Freilichtmuseum
16. Lippe Dance-Cup des Lippischen Turngaus
16. Lippe Dance-Cup des Lippischen Turngaus
Apres-Ski-Party
Apres-Ski-Party
Nikolausmarkt Helpup
Nikolausmarkt Helpup


Die LZ im Netz

Wetter in Lippe