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08.02.2013
UNTERWASSER-EISHOCKEY
Oerlinghauser Taucher nehmen an Weltmeisterschaft teil
Wettkampf in Österreich - Zum Luftholen bleibt kaum Zeit

Trockenübung | Foto: Privat

Oerlinghausen. Eishockey und Tauchen sind landläufig als Sportarten bekannt. Eine Kombination aus beiden Sportarten erscheint auf den ersten Blick unvorstellbar. Doch der erste Eindruck trügt. 

Denn Ines und Thomas Jurkschat (Tauchclub Aquatica Oerlinghausen) reisen in diesen Tagen zusammen mit ihrem Teamkollegen Uwe Kiehl (Beselich bei Limburg) zur zweiten Weltmeisterschaft im "Eishockey unter Eis" nach Österreich, so eine Mitteilung des Vereins.

Wie sind die Umstände? Eine mehr als 30 Zentimeter dicke Eisschicht, extrem kalte Luft und zwei Grad Wassertemperatur. Viele fangen schon beim Gedanken daran an zu frieren. Doch die Oerlinghauser Taucher freuen sich auf derartige Bedingungen in Österreich. Vom 14. bis 16. Februar wird im Kärntner Weissensee die zweite Weltmeisterschaft im "Eishockey unter Eis" ausgetragen. Freitauchend natürlich - das heißt, die Spieler jagen den "Puck" bei dem Turnier ohne Pressluftflasche.

Mit einem Atemzug gehen die Athleten in dem sechsmal neun Meter großen Spielfeld auf Torejagd. Gespielt wird kopfüber mit einem Styropor-Puck, der durch seinen Auftrieb regelrecht unter der Eisdecke klebt. Die von unten im Eis befestigten Tore gleichen dabei denen des Standard-Eishockeys. Die Zuschauer können die Spiele auf Großleinwänden verfolgen - mehrere Unterwasserkameras senden Live-Bilder vom Wettbewerb unter dem Eis.

Zwei Spieler bilden ein Team. Jedoch besitzen sie nur einen Eishockeyschläger und nur derjenige, der den Stick führt, darf auch den Puck bewegen. Alle 25 bis 40 Sekunden müssen die Akteure ihre Jagd nach Toren unterbrechen und Luft holen. Für die Oerlinghauser Apnoe-Taucher, die im Extremfall über fünf Minuten die Luft anhalten können, ist Unterwasser-Eishockey ein eher hektischer Sport.

Da die tiefen Temperaturen zum Zufrieren der Seen führten, konnte das Training auch unter wirklichen Bedingungen durchgeführt werden. "Wichtig ist, dass die Spieler ihre Sauerstoff-Reserven richtig einschätzen", sagt Ines Jurkschat - und die Orientierung stets bewahren.

Spannend wird es, wenn die Spieler aus der Freitaucher-Szene in Österreich zusammentreffen. Verteilt auf derzeit vier qualifizierte Teams (Deutschland, Dänemark, Slowenien und Österreich) werden sie in eiskaltem Wasser um den Weltpokal kämpfen. Erfunden hat die Sportart Extremsportler Christian Redl, der bereits mehrfach für Freitauchseminare in Oerlinghausen zu Gast war. Glaubt man Redl, dann sind die Österreicher in diesem Jahr die Favoriten. "Für uns geht es zunächst um die Teilnahme - aber wir fahren nicht nach Österreich, um zu verlieren. Für die drei Tage werden wir die Freundschaft mal ausklammern - zumindest unter Wasser", verspricht Thomas Jurkschat.

Und so werden aus den Schülern und deren Lehrer kurzzeitig Rivalen. Zur Puck-Eroberung ist den Unterwasser-Spielern übrigens mehr erlaubt als den Kollegen auf dem Eis: etwa Zerren und Schieben. Nur die Maske und Flossen des Gegners sind tabu.

Wie man zu so einer Sportart kommt? "Wir setzen uns immer neue Ziele - doch manchmal frage ich mich auch, warum ich nicht einfach mal die Klappe halte…," sagt Jurkschat lachend.

Mehr Infos gibt es im Internet unter www.facebook.com/IcehockeyUnderIce


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