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04.02.2012
SCHIEDER-SCHWALENBERG
Die Idylle zieht noch immer die Kunstwelt an
Interview: Dr. Mayarí Granados setzt auf die Tradition der Künstlerkolonie Schwalenberg

Idylle | Foto: Schwarzer

Schieder-Schwalenberg. Die Kunst ist aus Schwalenberg nicht wegzudenken. Welche Perspektiven bietet sie der Malerstadt? - Dazu hat Dr. Mayarí Granados, Kunstreferentin beim Landesverband Lippe, eine Menge zu sagen.

Treffpunkt Städtische Galerie: Eigentlich ist das Museum im Winter zu, aber für die LZ macht Dr. Mayarí Granados eine Ausnahme. Hier hängen die alten lippischen Maler, unter anderem eine Schwalenberger Ansicht von Friedrich Eicke. Nur einen Steinwurf sind Werkhaus, Künstlerhaus und Koepke-Haus entfernt.

Frau Granados, Sie sind im Sommer 2006 von Frankfurt nach Lippe gekommen. Als Kunstreferentin des Landesverbandes kümmern Sie sich um die Malerstadt. Wie war es für Sie, als Sie den Ort erstmals betreten haben?

Dr. Mayarí Granados: Ich war total begeistert von all den wunderschönen Fachwerkhäusern und der Landschaft. Ich bin das erste Mal mit Ralf Noske nach Schwalenberg gekommen, damals gab es gerade eine Ausstellung von Max Beckmann in der städtischen Galerie. Ich wusste ja, es gibt diese Museen, aber ich war gleich beeindruckt von den Möglichkeiten.

Was für Möglichkeiten meinen Sie?

Granados: Andere Städte haben vielleicht ein Museum, aber hier gibt es gleich so viele Orte der Kunst nebeneinander. Und das Robert-Koepke-Haus ist ideal, um zeitgenössische Künstler zu präsentieren. Das ist ein echter Pluspunkt, denn auch die Künstler sind davon begeistert.

Info
Vielfältig präsentiert sich Schwalenbergs Kunstleben auch 2012, hier ein kleiner Ausschnitt: Die Abschlussausstellung der Stipendiaten im Künstlerhaus läuft vom 15. bis zum 29. April. In der städtischen Galerie sind vom 15. April bis 3. Juni Bilder von Richard Sprick (1901-1968) zu sehen. Meisterwerke aus der Künstlerkolonie Kronberg gastieren hier vom 17. Juni bis zum 29. Juli, und vom 12. August bis 21. Oktober wird an gleicher Stelle das grafische Spätwerk von Max Ernst mit Leihgaben aus dem Hannoveraner Sprengel Museum zu sehen sein.

Ist es schwierig, Künstler nach Schwalenberg zu locken?

Granados: Es wird langsam besser, wir bekommen heute viele Anfragen. Aber es ist sehr wichtig, ein gewisses Niveau zu halten. Die Kunstwelt ist klein, und Schwalenberg spricht sich herum.

Wie kommen Sie an neue Ausstellungen?

Granados: Natürlich habe ich mittlerweile viele Kontakte geknüpft, arbeite auch mit einigen Galerien und Museen zusammen.

Aber Schwalenberg ist ja ziemlich weit vom Schuss.

Granados: Es gibt sicher etablierte zeitgenössische Künstler, die nicht mehr in so kleinen Städten ausstellen würden. Aber für viele ist es wichtig, breit zu streuen, und da ist Schwalenberg eine gute Adresse.

Kunstangebote gibt es ja im ganzen Land wie Sand am Meer. Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an Schwalenberg, mit welchem Pfund können Sie wuchern?

Granados: Das ist ganz eindeutig die Tradition als Künstlerkolonie, die auch heute noch überall in Schwalenberg spürbar ist. Die Maler sind damals hergekommen, um diese Idylle zu genießen, und diese Idylle ist auch heute noch vorhanden. Das spüren auch die Besucher. Und noch immer entsteht hier Kunst.

Also ist das hier schon vergleichbar mit Worpswede?

Granados: Es hat ungefähr 180 historische Künstlerkolonien gegeben, Worpswede war eine davon. Aber alles, was dauerhaft zu sehen ist, nutzt sich ab. Darum war die Worpswede-Ausstellung in Schwalenberg im vergangenen Jahr ein solcher Erfolg, und darum tauschen wir uns jetzt auch mit der Künstlerkolonie Kronberg aus. Dort werden die alten lippischen Maler sicher ein Anziehungspunkt sein.

Welche Besonderheit hat Schwalenberg im Vergleich zu anderen Künstlerkolonien?

Granados: Wir haben es geschafft, den Bogen zur zeitgenössischen Kunst zu schlagen. Da spielen auch unsere Stipendiaten eine große Rolle. Denn in ihrem Lebenslauf, der ja später in jedem Ausstellungskatalog gedruckt ist, taucht immer Schwalenberg auf, wir haben mittlerweile einen Namen.

Was können Sie dem Publikum hier zumuten?

Granados: Es ist wichtig, eine nachvollziehbare Klammer zu finden, und es muss in den Kontext Künstlerkolonie passen.

Das alles klingt, als fühlten Sie sich richtig wohl in Schwalenberg.

Granados: Oh, ja: Ich bin superfreundlich aufgenommen worden. Ich freue mich schon richtig auf das Jahresprogramm. Schwalenberg hat eben eine ganz besondere Atmosphäre.


Das Interview führte LZ-Redakteurin Marianne Schwarzer. Im nächsten Teil der Serie stellen wir die junge Familie Brettmeier vor, die sich in Schwalenberg ein Heim schafft.



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