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17.11.2012
SÜDLIPPE
Der Überlebenskampf der Schulstandorte
Wenn Blomberg und Lügde sich durchsetzen, geht Schieder unter
VON MARIANNE SCHWARZER

Noch herrscht Leben auf dem Schulhof | Foto: Preuss

Südostlippe. Im Lippischen Südosten ist der Kampf um die Schüler entbrannt. Während die Hauptschule Schieder ums Überleben ringt, planen die beiden Kommunen nebenan schon mal die Schiederaner Schüler ein.

 Für Volker Friese, Dezernent bei der Bezirksregierung, war der Fall bereits im Sommer klar: "Es gibt über 90 Hauptschulen im Bereich der Bezirksregierung. Davon werden vermutlich zehn übrig bleiben. Die Hauptschule Schieder wird nicht dazu gehören", hatte er damals unverblümt der LZ gesagt.

Diese Einschätzung hat das Kollegium der Schlossparkschule nicht daran gehindert, unter Leitung von Meinolf Klahold weiter zu kämpfen: "Wir haben sogar versucht, ein Konzept für eine Primusschule zu entwickeln", erzählt Klahold. Diese Verzahnung von Primar- und Sekundarstufe existiert derzeit aber nur als Schulmodell. "Und es war offensichtlich politisch hier nicht gewollt", sagt Klahold.

Schieder-Schwalenbergs Bürgermeister Gert Klaus erklärt, warum er abgewinkt hat: "Wenn ich so deutliche Signale bekomme, dass man den Hauptschulstandort Schieder schon abgeschrieben hat, macht es keinen Sinn, weiter Kraft in solche Konzepte zu investieren", sagt er.

Natürlich habe er versucht, die Fühler in Richtung Lügde und Blomberg auszustrecken. Von beiden Seiten hat er eine Abfuhr bekommen: Die Lügder machen ihr eigenes Ding. Weil es sich hier lediglich um eine Umwandlung in eine Sekundarschule handelt, müssen sie nur 60 Schüler vorweisen - und die müssen nicht mal aus dem eigenen Stadtgebiet kommen. Die Werbetrommel für die Sekundarschule in Lügde dröhnt bis Schieder-Schwalenberg, denn die dortigen Schüler, so die Rechnung, sollen die Lügder Lücken auffüllen.

An der Schlossparkschule ist Meinolf Klahold derweil froh, dass er in diesem Jahr überhaupt eine Eingangsklasse bilden konnte. Von den ursprünglich 19 Anmeldungen sind drei abgesprungen, die fünfte Klasse zählt nur 16 Köpfe: Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Der sofortige Todesstoß für die Schlossparkschule wäre, wenn der Lügder Antrag auf Umwandlung in eine Sekundarschule genehmigt wird: "Möglicherweise wandern dann Schieder-Schwalenberger Schüler ab", befürchtet Klahold, und es ließe sich garantiert in Schieder keine Eingangsklasse mehr bilden.

Derweil spekuliert der andere Nachbar darauf, dass die Lügder eine Abfuhr bekommen. Denn dann böte sich die Osterräderstadt als Zweitstandort für eine gemeinsame Sekundarschule mit Schwerpunkt Blomberg an.

Die Blomberger müssten bei der Neugründung einer eigenen Sekundarschule höhere Hürden nehmen und 75 Kinder aus dem eigenen Stadtgebiet aufbieten. Das würde die Nelkenstadt nicht schaffen, hat darum also ein hohes Interesse an einer Zusammenarbeit mit Lügde. "Wir hätten schließlich auch alle vier Schulformen an einem Standort zu bieten", preist Bürgermeister Klaus Geise die Blomberger Vorzüge.

Für die Hauptschule Schieder sieht es so oder so düster aus. Sollte es zu einer Schließung kommen, wünscht sich Klahold für die Abwicklung eine Schiederaner Kooperation mit Blomberg. "Dann könnten unsere Schüler wenigstens in ihrem Klassenverband wechseln." Jetzt hängt alles von der Bezirksregierung ab. Dabei geht es um mehr als den Schulstandort. Denn eine Entscheidung gegen das Lügder Modell wäre für die Osterräderstadt vielleicht zunächst eine Enttäuschung. Aber es wäre eine Entscheidung für ein besseres Zusammenwachsen des lippischen Südostens.



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