Schlangen. Vom 13. Februar bis 2. März laufen die Anmeldungen für die Hauptschule Bad Lippspringe-Schlangen. 18 Schüler werden zur Gründung einer Eingangsklasse benötigt.
Bei der Schulentwicklungsplanung muss Schlangen mit Bad Lippspringe zusammenarbeiten. Langfristig geht es angesichts sinkender Schülerzahlen in der Hauptschule um die Gründung einer Gesamt- oder Sekundarschule. Die LZ sprach darüber mit Hauptschulleiter Rüdiger Bruns und mit Hauptamtsleiter Frank Rayczik.
Befürchten Sie, dass sich nicht genügend Schüler anmelden? Rüdiger Bruns: Wir erwarten, dass es dieses Jahr weniger sein werden, weil in Paderborn die dritte Gesamtschule an den Start geht und das der ein oder andere Elternteil nutzen wird. Klarheit haben wir am 2. März. Danach können wir auch keinen Schüler mehr aufnehmen, weil die Bezirksregierung in Detmold bis zu den Osterferien entscheiden will, wo Eingangsklassen gebildet werden. Eltern haben bis zu den Ferien also Gewissheit, dass ihr Kind auch dort eingeschult wird, wo es angemeldet worden ist.
Frank Rayczik: Für die Paderborner Gesamtschule müssen mindestens 100 Schüler angemeldet werden. Interessant wird es für Schlangen, weil die Schule mehr Plätze anzubieten hat, als aus Paderborn besetzt werden können. Das ist ein Angebot, mit dem wir konkurrieren.
Wissenswertes zur Hauptschule: Die Hauptschule hat zurzeit 270 Schüler in 13 Klassen. Darunter sind hauptsächlich Schüler aus Schlangen und Bad Lippspringe, aber auch aus der Umgebung wie Marienloh, Paderborn und Horn-Bad Meinberg. Die Klassenfrequenz liegt bei 20 Schülern. Der Nachmittagsunterricht findet montags, mittwochs und donnerstags statt, wobei donnerstags Arbeitsgemeinschaften angeboten werden. Die Schüler können wählen unter mehreren Arbeitsgemeinschaften, darunter ein Theaterprojekt, Erste Hilfe, Vorbereitung auf den Ski-Kursus, Gitarrenunterricht, Mofa und anderes. Am Freitag, 27. Januar, ist die Schule für interessierte Eltern und Schüler von 15.30 bis 17.30 für Aktivitäten und Beratung geöffnet. Anschließend veranstaltet die Schülervertretung für alle Schüler eine Disko.
Was passiert, wenn Sie die Zahl 18 nicht erreichen?Bruns: Die Möglichkeit besteht. Dann würde die Schule auch ohne neue Eingangklasse ganz normal weiterlaufen. Kein Elternteil muss Angst haben, dass die Schule geschlossen wird.
Rayczik: Wir sind aber überzeugt, dass wir die Zahl hinkriegen. Übrigens kann jedes Kind, das hier an der Schule ist, auch einen Abschluss machen.
Wie überzeugen Sie Eltern von "Ihrer" Schule?Bruns: Unsere Schule ist gut aufgestellt und sehr überschaubar für neue Schüler. Mit Gebäuden, Inventar und Lehrern sind wir gut ausgerüstet. Gerade haben wir 30.000 Euro in Materialien für den Physikunterricht gesteckt. Ich kann alle Fächer außer Musik anbieten. Dafür gibt es im AG-Bereich donnerstags ein Musikangebot. Hier arbeiten wir mit der offenen Jugendarbeit zusammen.
Welche Vorteile bietet die Schule, abgesehen von kurzen Wegen für die Schüler?Bruns: Überschaubarkeit, persönliche Ansprache. Die Schüler haben sehr persönlichen Kontakt zum Klassenlehrer. In einer Gesamtschule sind viele bei großen Einheiten verunsichert. Wir können außerdem die Probleme der Schüler genau orten und angehen. Dazu haben wir auch die Schulsozialarbeit.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Ganztag. Wollen den Eltern überhaupt?Bruns: Ganztagsunterricht haben wir schon seit mehr als 20 Jahren. Es ist natürlich eine Umstellung vom Halbtagsunterricht in der Grundschule auf den Ganztag. Für Schüler und Eltern muss eine klare Struktur erkennbar sein. Eltern halten den Ganztag für positiv. Die Schüler würden natürlich gern mal frei haben. Aber von Halbtagsschulen zu sprechen, halte ich für Augenwischerei. Alle Stunden vormittags unterzubringen, geht technisch überhaupt nicht - es sei denn man hat samstags Unterricht. Und die Schüler haben nach der sechsten Schulstunde ein Anrecht auf eine Pause.
Was sagen Sie zur Alternative Sekundarschule?Rayczik: Für Schlangen allein ist eine Sekundarschule keine Alternative. Es geht nur das Festhalten an einer gemeinsamen Schulentwicklung mit Bad Lippspringe. Unsere Perspektive ist, mit Bad Lippspringe ein gemeinsames Schulangebot zu platzieren. Für uns hat eine Gesamtschule sicher Präferenz, aber es gibt natürlich auch die Alternative, dass man sich dem Thema Sekundarschule nähert.
Bruns: Schulentwicklung muss es geben. Für die Schüler muss ein adäquates Schulangebot da sein. Deshalb kämpfe ich um jeden Schüler.
Das Interview führte LZ-Redakteurin Cordula Gröne
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