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08.01.2013
BAD LIPPSPRINGE
Remmel will Nationalparkbüro in Lippspringe erhalten
VON HUBERTUS GÄRTNER

Schwere Mission | FOTO: REINHARD ROHLF

Bad Lippspringe. Auch nach dem beschlossenen Aus für einen Nationalpark im Teutoburger Wald will der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) weiter in Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) ein Nationalparkbüro betreiben. Das bestätigte Wilhelm Deitermann, Sprecher des Umweltministers, auf Anfrage. Streit mit der Opposition ist damit programmiert.

Das Nationalparkbüro war Anfang 2012 im alten Forsthaus Steinbeke bei Bad Lippspringe eingerichtet worden. Die Förster Oliver Sielhorst und Jan Preller, die dem Landesbetrieb Wald und Holz unterstellt sind, arbeiten seither in dem Gebäude. Im Auftrag der Landesregierung sollen sie das ständige Gespräch mit Bürgern suchen und sie mit Exkursionen, Vorträgen und anderen Veranstaltungen über den Sinn und die Abläufe in einem Nationalpark aufklären. Außerdem sollen die beiden Experten die interessierte Öffentlichkeit über die Nationalparkplanungen informieren.

Problematisch dabei: Zumindest im Kreis Lippe gibt es diese Planungen nicht mehr. Wie berichtet, hatten Kreis und Landesverband dort Ende 2012 das Nationalparkprojekt im Teutoburger Wald als nicht realisierbar eingestuft und für beendet erklärt.

Truppenübungsplatz als Nationalpark geeignet

Nach Angaben von Deitermann wird ein Nationalpark in Ostwestfalen-Lippe allerdings weiter angestrebt. Zwar nicht auf lippischem Gebiet, wohl aber für den Bereich der Senne. Der Truppenübungsplatz sei als Nationalpark geeignet, dazu passe der Standort des Informationsbüros, das nur wenige Kilometer von der Senne entfernt liege, sagte Deitermann.

Ein Nationalpark in der Senne könnte – wenn überhaupt – vermutlich aber erst in ferner Zukunft realisiert werden. Nach einem internen Papier wollen die Briten dort frühestens 2018 abziehen und den Truppenübungsplatz eventuell sogar noch über diesen Zeitpunkt hinaus nutzen. Außerdem habe auch die Bundeswehr bereits Ansprüche angemeldet, sagt Daniel Sieveke, CDU-Landtagsabgeordneter aus Paderborn.

Vor diesem Hintergrund fordert er, das Nationalparkbüro, dessen Kosten auf 126.000 Euro pro Jahr beziffert werden, umgehend zu schließen. "Dieses Büro ist jetzt völlig überflüssig geworden", sagt Sieveke. "Wir müssen überall sparen", deshalb sei es "kontraproduktiv", die Einrichtung weiter zu finanzieren.

"Nicht länger zu rechtfertigen"

Auch Doris Meierjohann, Leiterin des Bielefelder Büros im Bund der Steuerzahler, sieht die Geschäftsgrundlage entfallen. Nur auf Basis der vagen Hoffnung, dass vielleicht in zehn Jahren die Senne Nationalpark werden könnte, sei das Informationsbüro "nicht länger zu rechtfertigen", sagte sie.  


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