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27.10.2011
AUGUSTDORF
Augustdorfer ziehen erste Bilanz der Standortentscheidung
"Es hätte schlimmer kommen können"
VON THORSTEN ENGELHARDT

Rüdiger Lang (Radio Lippe), Gerhard Krumbach und General Dirk Backen | Foto: PreussRege

Augustdorf. Augustdorf ist noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Das war Tenor der ersten Reaktionen am Mittwoch im Ort auf die Standortentscheidungen des Verteidigungsministers.

Dennoch: Für Bürgermeister Dr. Andreas Wulf steht außer Zweifel, dass die Verkleinerung des Truppenstandortes deutliche Folgen für die Gemeinde haben wird. 1.570 Soldaten weniger, das bedeute einen Verlust von gut 25 Prozent aller Arbeitsplätze in der Gemeinde und einen Umsatzverlust von rund 1,3 Millionen Euro für den örtlichen Handel.

Auch leer stehende Wohnungen könnten die Folge sein, sagte Wulf. Er schließt steigende Abwassergebühren nicht aus, denn die Augustdorfer Kläranlage sei erst vor wenigen Jahren ausgebaut worden, um die Abwässer von 4.000 Soldaten beseitigen zu können. Wie die Auswirkungen auf Schulen und Kindergärten seien, müsse man noch sehen.

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Auch andere Lokalpolitiker sehen die negativen Auswirkungen der Berliner Entscheidungen, unterm Strich herrschte gestern unter den Zuhörern einer Diskussionsrunde von Radio Lippe aber der Eindruck vor, es hätte schlimmer kommen können. So sahen es beispielsweise Wolfgang Holitschke (SPD) und Harald Schultze (CDU) oder Gerhard Krumbach, Inhaber der Rewe-Marktes. Der Umsatzverlust werde die Geschäfte hart treffen, "aber den Kopf in den Sand zu stecken, hilft auch nichts." Die Massivität der Verringerung überrasche die FDP, sagte deren Ortsvorsitzender Norbert Brinkmann.

Da die Bundeswehr in der Fläche bleiben sollte, waren Einschnitte bei den großen Standorten zu erwarten, sagte Landrat Friedel Heuwinkel.  Er geht davon aus, dass zumindest ein Teil der Wirtschaftskraft, die die Soldaten bisher in die Region gebracht haben, erhalten bleibt, weil künftig mehr längerdienende Zeitsoldaten in Augustdorf stationiert würden.

Politisch heftig umstritten bleibt, welche Rolle die Nationalpark-Diskussion für die Standortentscheidung gespielt hat. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte in seiner Pressekonferenz mit dem Beispiel Augustdorf gesagt, dass man darauf geachtet habe, dass Standorte, die erhalten blieben, auch nutzbar seien. "Ich habe nicht die Absicht, einen Standort zu erhalten und dann in einigen Jahren zu hören, dass der Standort stört."

Hauptmann Udo August Hagedorn mit Peter Gröpler (links) und Frank Kleemann. | Foto: PreussRege

Das habe gezeigt, wie bedrohlich die Diskussion um die Senne als Nationalpark gewesen sei, sagte Wulf. Auch Harald Schultze sah die Debatte als kontraproduktiv an und für Norbert Brinkmann zeigen sich nun schon die befürchteten wirtschaftlichen Konsequenzen. Landrat Heuwinkel wies das zurück. "Der Minister weiß, dass wir hinter der Bundeswehr stehen."

Die Nationalpark-Frage spielt auch in den Stellungnahmen heimischer Bundestagsabgeordneter eine Rolle. Jürgen Herrmann (CDU) und Gudrun Kopp (FDP) gehen davon aus, dass die Debatte die Entscheidung beeinflusst hat. Der Nationalpark werde zum Sündenbock gemacht, sagte hingen Ute Koczy (Grüne). Lippe könne sowohl Bundeswehr- als auch Nationalparkstandort sein. Wie Gudrun Kopp noch wissen ließ, sei sicher, dass das Sanitätszentrum gebaut werde.

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Kommentare
Weder CDU noch SPD noch die Grünen haben sich in Schlangen zu einer Solidaritätserklärung für den Bundeswehrstandort entscheiden können. Dem größten teild der Kommunalpolitiker ist doch der Standort Augustdorf egal. Das Modewort heißt Nationalpark. Und der hat eindeutig zur Reduzierung beigetragen. Und lieber Herr Heuwinkel, wenn ich an Ihrer Stelle gewesen wäre, hätte ich mir Blasen an den Füßen gelaufen um dien Standort zu retten.



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