Augustdorf. Seit einigen Tagen steht es fest: Der Bundeswehrstandort Augustdorf wird deutlich verkleinert. In der Mobilen Redaktion wollte die LZ jetzt in der Sennegemeinde in Erfahrung bringen, was die Einwohner bewegt.
Im Gespräch am LZ-Stand vor dem Rewe-Markt Krumbach wurde schnell deutlich: Die Augustdorfer stehen mit Mehrheit hinter "ihrer" Bundeswehr. Vorsichtig äußerte Bürgermeister Dr. Andreas Wulf, dass die Feinplanung für die Truppenreduzierung noch nicht abgeschlossen sei und so noch Hoffnung bestehe, "dass in einigen Jahren vielleicht die Wirtschaftlichkeit einer Kaserne wieder mehr in den Vordergrund rücken wird". Das könne dann Augustdorf nutzen.
Dass die Kaserne 1.570 Stellen verlieren soll, wurde allgemein als schwerer Schlag für den Ort gewertet, speziell für Handel und Gastronomie. So rechnet Rewe-Markt-Inhaber Gerhard Krumbach mit einem Kaufkraftverlust für den Augustdorfer Handel von bis zu 1,5 Millionen Euro. Und dennoch waren die meisten Besucher am LZ-Stand der Meinung, Augustdorf habe noch einmal Glück gehabt. "Wäre der Standort geschlossen worden, wären wir in den Dornröschenschlaf zurück gefallen", war sich Johny Ermel sicher.
Die Debatte um den Nationalpark habe dem Standort geschadet und sei auch weiterhin die größte Gefahr für die Präsenz der Bundeswehr, ist Johannes Bockhorst überzeugt. So interpretiert Bürgermeister Dr. Wulf auch die Minister-Aussage, wonach kein Standort erhalten werden solle, von dem es in einigen Jahren heißen könne, er störe. "Das heißt deutlich, die Senne muss weiter militärisch genutzt werden können", sagte Wulf. Der Stapel sei für die Brigade als Übungsplatz nicht ausreichend, fügte CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Schultze an.
Für Augustdorf komme es künftig darauf an, attraktiven Wohnraum zur Verfügung zu stellen, befand Klaus Wandke. Denn das sei Anreiz für Berufs- und Zeitsoldaten, sich mit ihren Familien im Ort niederzulassen. Sonst spürten Schulen und Vereine schnell die Folgen.
Denn von Infrastruktur und Angebot her stehe Augustdorf insgesamt so schlecht nicht da, meinte Schultze. Der tägliche Bedarf könne vollständig im Dorf gedeckt werden. "Da sind wird durchaus attraktiv."
Innerhalb der Truppe scheint der bisher größte Heeresstandort der Bundeswehr durchaus beliebt zu sein. "Es ist eigentlich alles vorhanden, sofern man nicht gerade ein Stadtmensch ist", äußerte ein Soldat am Stand der LZ. Die Einrichtungen der Kaserne seien weitgehend neu und würden den Soldaten ein umfangreiches Angebot bieten, zudem erreiche man größere Städte in der Umgebung schnell.
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