Freitag, 18.04.2014
| RSS | LZ-Nachrichtenticker | Mediadaten | Kontakt | Newsletter


17.01.2012
KREIS LIPPE
Nationalpark: Landrat schlägt Schlichtung vor
Stephan Prinz zur Lippe unterstellt Heuwinkel "Blackout"

Kreis Lippe (mah). Im Streit um die Flächen für einen möglichen Nationalpark Lippe hat Landrat Friedel Heuwinkel den Langenberger Juristen Günter Kozlowski als Mediator vorgeschlagen. Der frühere Dezernent für Naturschutz bei der Bezirksregierung und Staatssekretär (CDU) im Landes-Bau-Ministerium soll im Streit um Flächen schlichten.

Heuwinkel sagte im Kreisausschuss, er setze auf eine "einvernehmliche Lösung" für die Nationalpark-Kulisse - nicht nur mit dem Haus zur Lippe, auch mit der Stadt Horn-Bad Meinberg und anderen Beteiligten. In den vergangenen Tagen habe es bereits unter Beteiligung Koszlowskis intensive Gespräche mit Stephan Prinz zur Lippe über einen möglichen Flächentausch gegeben. Dieser habe sich ihm gegenüber zwar verwundert gezeigt, dass mit ihm nicht über Flächentausch gesprochen worden sei, sehe allerdings nun "keine Möglichkeit zur weiteren Diskussion". Daher plädiere er, Heuwinkel, für eine "förmliche Schlichtung".

Von der LZ auf diesen Vorschlag angesprochen, widersprach der Prinz zur Lippe dem Landrat energisch: "Da muss Herr Heuwinkel wohl einen Blackout gehabt haben." Er habe Heuwinkel seit Dezember dreimal sowie der lippischen CDU am Freitag, 13. Januar, mitgeteilt, dass seine Wälder nicht für einen Flächentausch zur Verfügung stünden.

SPD-Fraktionschef Kurt Kalkreuter sagte, der Vorschlag ehre den Landrat: "Auf der anderen Seite müssen wir fragen: Würden sich alle Beteiligten einem Schlichterspruch beugen?" Stephan Prinz zur Lippe gab die Antwort dazu bereits der LZ: "Eine Schlichtung ist absolut ausgeschlossen, solange meine Flächen einbezogen werden."

Am 17. Januar wollen die Fraktionen des Landesverbandes und des Kreistages sowie beide Verwaltungen einen Grundsatzbeschluss zum Nationalpark formulieren, dessen Kernpunkte im Kreisausschuss diskutiert wurden. In der Beschlussvorlage heißt es, der Nationalpark werde weiter unterstützt - und zwar unter bestimmten Voraussetzungen.

So habe das Wegenetz Bestandsgarantie, bis im Rahmen der Nationalparkplanung ein mit den Kommunen, dem Kreis, dem Landesverband und den Interessenverbänden abgestimmter Wegeplan vorliege. Es gehe um die Nutzung für Wanderer und Freizeitsportler wie Reiter oder Skifahrer. Und: "Auf Flächen, die die Eigentümer behalten wollen, werden (...) keine über bereits bestehende Bewirtschaftungseinschränkungen hinausgehenden Einschränkungen erlassen." Ausdrücklich wird Heuwinkel aufgefordert, Rahmenbedingungen für eine Bürgerbefragung zu prüfen.

Themenseite zum Nationalpark


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder



Kommentare
@SISU:
Um die zukünftigen Generationen braucht man sich mit Blick auf den Teutoburger Wald keine Sorgen zu machen. Sie werden ihn auch noch erleben, da aus ihm immmer nur so viel Holz pro Jahr entnommen wird, wie nachwächst. Dieses Nachhaltigkeitsprinzip wurde von der deutschen Forstwirtschaft bereits im 16. Jahrhundert entwickelt und nicht von den selbsternannten 'Naturschützern', die dieses Prinzip erst in den letzten zehn Jahren entdeckt haben, es aber völlig falsch verstehen.
Im Übrigen möchte ich Sie mal sehen, wenn einfach jemand käme und über Ihr Grundstück verfügen wollte, ohne Sie ernsthaft vorher zu fragen. Das würde Ihnen sicherlich auch nicht gefallen.

der *neutrale Beobachter* mal wieder...
ich hoffe Sie glauben selbst,all Das, was Sie so zum Besten geben.
Aus Ihnen wäre sicher ein guter Politiker geworden ..auf jeden Fall ein Spitzenclaqueur ;-)

@SISU Ich könnte mir vorstellen,daß diese skrupellosen Waldbesitzer die Windräder auch auf die wervollen Höhlen und Erdfälle bauen und dadurch u.a. den Fledermäusen ihr Quartier zubetonieren.Das muß doch unter allen Umständen verhindert werden!!
Warum gibt es bei uns eigentlich keine "Nationalgarde",die-dem Bundespräsidenten unterstellt-bei solch einem nationalen Notstand schnell eingreifen könnte?Für die Zustimmung des Bundes-Wulff würde vielleicht schon ein Upgrade vom "Mac" auf "BigMac" bei McD. ausreichen. Aber halt - könnte es sein,daß die mehr als 22.000 Sägewerkbesitzer in Lippe sich sogar ein Upgrade auf "Royal TS" leisten können? Was dann??

...reichlich überheblich der herr landrat..mal eben auf die schnelle einen nationalpark ausrufen und die n.gegner gnadenlos unterschätzen..das sich da die waldbesitzer quer stellen ist doch normal und war zu erwarten...nun bin ich mal gespannt ob das mit dem prinzen noch was wird...kommt es allerdings zu einer bürgerbefragung wird sich hier noch der ein oder andere über das ergebnis wundern...das land hat erstklassige aufklärung geleistet und hört auch noch nicht damit auf...das bekommt der neutrale beobachter auch mit...und ich befürchte mal das wird bei einer möglichen befragung der bürger der ausschlaggebende punkt sein...in der nationalpark aufklärung haben die gegner einfach gepennt....

Ich bin fuer den Nationalpark, weil ich moechte das meine Kinder und zukünftige Generationen den Wald später nicht nur noch von Bildern und Filmen kennen sollen. Den Nationalparkgegnern geht es nur um rein wirtschaftliche Interessen.
Der Prinz zur Lippe sowie die anderen Waldbesitzer wollen ihren Wald nicht hergeben weil sie eventuell ein noch lukrativeres Geschäft machen wollen, z.B. mit den Windradbetreibern. Hier wird einfach skrupellos mit unserer Natur gepokert, was fuer eine Schande !



 Seite 1 von 2
weiter >
  >>



Anzeige

Service