Bielefeld (nw - lnw). Im Streit über den geplanten Nationalpark Teutoburger Wald hat der Umweltverband BUND den nordrhein-westfälischen CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen kritisiert. "Es ist erschütternd, wie schnell der CDU-Spitzenkandidat Röttgen, der ja auch Bundesumweltminister ist, in dieser Frage umgefallen ist", sagte der NRW-Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Paul Kröfges.
Es gebe einen nationalen Plan zur biologischen Vielfalt, also zur Biodiversität, sagte Kröfges. Einerseits unterstütze Röttgen die Ziele der Biodiversität und setze sie um. "Andererseits fällt er beim ersten Gegenwind seiner CDU aus der Region um. Dass der Bundesumweltminister so schnell seine eigenen Ziele verrät, macht es uns schwer, diesen Spitzenkandidaten im Wahlkampf ernst zu nehmen."
Das nordrhein-westfälische Umweltministerium plant in den Kreisen Lippe, Paderborn und Höxter einen fast 9.000 Hektar großen Nationalpark. Dagegen regt sich Widerstand von Holzindustrie und Waldbesitzern. Röttgen hatte sich vergangene Woche bei einem Besuch in der Region kritisch zu den Plänen geäußert.
An diesem Sonntag diskutiert der BUND in Bielefeld über die Pläne.
Dann wollen die 130 Delegierten eine Resolution für eine baldige Errichtung des Nationalparks verabschieden. Am 13. Mai wählt NRW einen neuen Landtag. Zu den fast 9.000 Hektar soll ein Teil der Senne kommen, der jetzt noch von den Briten als Truppenübungsgelände genutzt wird. Dieses Gelände ist mehr als 11.000 Hektar groß. Bis 2020 wollen die Truppen abziehen.
"Wir werden nicht fordern, den Nationalpark von einer Befragung der Bevölkerung abhängig zu machen", sagte Kröfges. "Wenn es aber eine Befragung geben sollte, dann müsste sie in ganz Ostwestfalen-Lippe stattfinden. Wir sind dafür, die Bevölkerung einzubeziehen, aber dann unter fairen Bedingungen und nicht mit Polemik und Halbwahrheiten, wie wir das hier erlebt haben", sagte der Umweltaktivist mit Verweis auf die Nationalparkgegner.
2008 hatten sich 86 Prozent der rund 1.000 befragten Menschen in Ostwestfalen-Lippe in einer Emnid-Umfrage für einen Nationalpark in Teutoburger Wald, Senne und Eggegebirge ausgesprochen.
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