Dienstag, 16.09.2014
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22.04.2012
BIELEFELD
BUND kritisiert Röttgen
"Fällt beim ersten Gegenwind seiner CDU aus der Region um"

Bielefeld (nw - lnw). Im Streit über den geplanten Nationalpark Teutoburger Wald hat der Umweltverband BUND den nordrhein-westfälischen CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen kritisiert. "Es ist erschütternd, wie schnell der CDU-Spitzenkandidat Röttgen, der ja auch Bundesumweltminister ist, in dieser Frage umgefallen ist", sagte der NRW-Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Paul Kröfges.

Es gebe einen nationalen Plan zur biologischen Vielfalt, also zur Biodiversität, sagte Kröfges. Einerseits unterstütze Röttgen die Ziele der Biodiversität und setze sie um. "Andererseits fällt er beim ersten Gegenwind seiner CDU aus der Region um. Dass der Bundesumweltminister so schnell seine eigenen Ziele verrät, macht es uns schwer, diesen Spitzenkandidaten im Wahlkampf ernst zu nehmen."

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium plant in den Kreisen Lippe, Paderborn und Höxter einen fast 9.000 Hektar großen Nationalpark. Dagegen regt sich Widerstand von Holzindustrie und Waldbesitzern. Röttgen hatte sich vergangene Woche bei einem Besuch in der Region kritisch zu den Plänen geäußert.

An diesem Sonntag diskutiert der BUND in Bielefeld über die Pläne.
Dann wollen die 130 Delegierten eine Resolution für eine baldige Errichtung des Nationalparks verabschieden. Am 13. Mai wählt NRW einen neuen Landtag. Zu den fast 9.000 Hektar soll ein Teil der Senne kommen, der jetzt noch von den Briten als Truppenübungsgelände genutzt wird. Dieses Gelände ist mehr als 11.000 Hektar groß. Bis 2020 wollen die Truppen abziehen.

"Wir werden nicht fordern, den Nationalpark von einer Befragung der Bevölkerung abhängig zu machen", sagte Kröfges. "Wenn es aber eine Befragung geben sollte, dann müsste sie in ganz Ostwestfalen-Lippe stattfinden. Wir sind dafür, die Bevölkerung einzubeziehen, aber dann unter fairen Bedingungen und nicht mit Polemik und Halbwahrheiten, wie wir das hier erlebt haben", sagte der Umweltaktivist mit Verweis auf die Nationalparkgegner.

2008 hatten sich 86 Prozent der rund 1.000 befragten Menschen in Ostwestfalen-Lippe in einer Emnid-Umfrage für einen Nationalpark in Teutoburger Wald, Senne und Eggegebirge ausgesprochen.


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Kommentare
Die berüchtigte Emnid-Umfrage taugt wohl kaum dazu, die Nationalparkpläne in Lippe zu legitimieren:

1. hat man in der Umfrage die Menschen gar nicht gefragt, ob sie für oder gegen einen Nationalpark in OWL sind. Stattdessen hat man sich die Prozentzahlen der Antworten aus verschiedenen anderen Fragen zusammengestrickt.

2. ist die Umfrage in einigen Punkten methodisch zweifelhaft. Zum Beispiel unterliegt jede Umfrage einer gewissen Irrtumswahrscheinlichkeit, die normalerweise für jede Frage einzeln ausgewiesen wird. In dieser Umfrage ist die Irrtumswahrscheinlichkeit aber für keine einzige Frage ausgewiesen. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Ergebnisse Zufallsergebnisse sind.

3. stammt die Umfrage aus dem Jahr 2008. Viele Menschen interessierten sich zu diesem Zeitpunkt für das Thema 'Nationalpark in Lippe' noch gar nicht und waren daher vermutlich auch nur wenig über die Materie und ihre Folgen informiert.

liebe NW , gegen dieses unpopuläre Objekt hat sich eben nicht nur der Widerstand von Holzindustrie und Waldbesitzern aufgebracht sondern es gingen über 2000 Leute aus der Region auf die Straße, über 30 000 Unterschriften wurden gesammelt und über 2000 Stimmen haben in einer Petition dagegen unterschrieben - eine ganze Region ist wegen dieser Planungen stinke sauer!

Herr Kröfges aus Bornheim am Rhein will also, mangels guter Argumente, die knallharte Durchsetzung des politisch heftig umstrittenen Nationalparks in unserer Region. Das Demokratieverständnis und die Bürgernähe der Umweltorganisation BUND lässt einiges zu wünschen übrig. Denn den anliegenden Gemeinden vor Ort werden ihre Rechte und Freiheiten durch einen NLP extrem beschnitten. Bürger aus Herford, Minden, Bielefeld oder Gütersloh, die nach den Vorstellungen des BUND an einer Umfrage zum NLP beteiligt werden sollten, sind weder Anlieger noch Betroffene. Lokale Planungen können nur vor Ort ausgehandelt werden! - selbst wenn es hier auch noch viele gibt, die nicht einmal den Unterschied zwischen Naturpark und Nationalpark kennen. Nach dem Scheitern der Nationalpark-Pläne für das Siebengebirge vor ihrer eigenen Haustüre, Herr Kröfges, verschonen sie uns doch mit dem Versuch, den gleichen Unsinn im Teuto durchzudrücken! Für die Natur wurde und wird in OWL bestens gesorgt - ein Nationalpark ist hier kontraproduktiv oder einfach nur überflüssig!

Moin Moin.
Herr Kröfges sagt: fair, ohne Polemik und Halbwahrheiten ...
Tut mir Leid, aber alles was ich bis dato gegen den Nationalpark gehört und gelesen habe konnte ich überall nachlesen und nachvollziehen. Geht es hier nun um Natur oder um Politik?
Den letzten Satz im Artikel finde ich auch recht Fragwürdig.
Im Jahre 2008 waren 85% von 1000 Menschen für den NP. Mag stimmen. Aber was gab es denn 2008 an Informationen darüber? Und 1000 Menschen sind wie viel Prozent der betroffenen Bevölkerung?
Ich würde vorschlagen das alle noch mal überlegen und eine Nacht in ruhe drüber Schlafen.
Und dann lassen wir einfach alles so wie es ist und hören auf Geld für Gutachten und und und zu verschwenden.
Das aufgebrachte Geld könnte sicher viel sinnvoller genutzt werden.



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