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01.05.2012
NRW-LANDTAGSWAHL 2012
Piratenpartei will Subventionen auf den Prüfstand stellen
"Wer sich auskennt, sollte mitmischen"
VON MARTIN HOSTERT

Bereit, in die politische See zu stechen | Foto: Preuss

Kreis Lippe. Nach den Einzügen ins Berliner Abgeordnetenhaus und den saarländischen Landtag werden der Piratenpartei für die NRW-Wahlen gute Chancen eingeräumt. Sie tritt in allen Wahlkreisen Lippes an.

Sie schaffen es, an einem Samstag gleichzeitig in fünf lippischen Innenstädten Stände mit jeweils fünf Parteifreunden zu besetzen. Die Piraten haben einen großen Schritt getan, seit sie zuletzt bei einer Landtagswahl angetreten waren. 76 Mitglieder zählt die Partei in Lippe, drei von ihnen treten als Direktkandidaten zur Wahl an. Dass sie wenig Chancen auf ein direktes Ticket nach Düsseldorf haben, wissen sie. Aber Heiko Dross (Lippe I), Christian Woelk (Lippe II) und Detlef Schmidt (Lippe III) nutzen den Wahlkampf, um ihre Partei bekannter zu machen, um ihre Positionen zu vertreten, um vielleicht schon die nächste Kommunalwahl anzusteuern.

Wer steckt in Lippe hinter den Namen auf dem Wahlschein dieser neuen Partei? Dass alle drei System-Administratoren von Beruf sind, ist Zufall - versichern sie zumindest. Heiko Dross, geboren in Horn-Bad Meinberg, wohnhaft in Lemgo, geht es etwa darum, dass Subventionen auf den Prüfstand kommen. Der Landtag müsse durchschaubarer werden, so seien sinnlose Ausgaben von Steuergeldern zu stoppen. Subventionen, etwa für landwirtschaftliche Großbetriebe, seien auf Nachhaltigkeit zu überprüfen, auch aus ökologischen Gründen. Dross, 41, will sich als erstes für die Aufhebung der Dichtheitsprüfung einsetzen, hat dies in Wahmbeckerheide auch schon getan.

Der Lemgoer Christian Woelk, 38, hat sich schon in Lemgo engagiert, war etwa Mitunterzeichner des Bürgerantrages zum Erhalt des Spielplatzes Wahmbeckerheide. "Bei den Piraten kann ich aber mehr Bürgernähe praktizieren", betont er. Beim Thema Nationalpark steht er voll hinter der Position der OWL-Piraten: Mit einem "Ruhezonen-Nationalpark" könne ein Konsens zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Nutzung erreicht werden. Ein Drittel der diskutierten Kulisse könne auf drei Gebiete verteilt als Ruhezone ausgewiesen, der Rest zunächst weiter bewirtschaftet werden.

Detlef Schmidt, 42, aus Heidenoldendorf ist seit 2009 bei den Piraten, hat schon zwei Wahlkämpfe mitgemacht. Er schätzt an den Piraten, dass sie eine "Mitmachpartei" sei. Für die Landespolitik engagiere er sich, weil in Düsseldorf entscheidend darüber bestimmt werde, wie die Kommunen ausgestattet werden. Der Rechnungshof müsse mehr Befugnisse bekommen, als lediglich ein Schwarzbuch zu veröffentlichen. "Wenn Leute aus Regionen, in denen sie sich auskennen, mitmischen und nachfragen, dann sind auch die Verwaltungen in der Bringschuld. Sie müssen detailliert aufschlüsseln, wann welche Gelder bewilligt wurden und wo sie bleiben."

An den Wahlkampfständen und natürlich in den Online-Foren haben die drei erfahren; "Unsere Positionen kommen an, sie werden nachgefragt". Die Piraten werden das Ziel Düsseldorf erreichen, dessen sind sie sicher.


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