Horn-Bad Meinberg. Gestern Nachmittag haben die Cafébesucher in der Allee in Bad Meinberg viel über die Vorteile eines Nationalparks in Lippe erfahren. Bärbel Höhn, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und ehemalige Ministerin in NRW, nahm es gelassen, dass nur wenige Interessierte gekommen waren.
"Wir wollen Ihnen den Nationalpark schmackhaft machen", sagte die Politikerin zwei Tage vor ihrem 60. Geburtstag. Das passe doch zu Kaffee und Kuchen, meinte sie humorvoll. Der lippische Kreisverband der Grünen habe den Termin anberaumt, weil Horn-Bad Meinberg seine städtischen Waldflächen nicht für einen Nationalpark zur Verfügung stellen wolle, so Landtagskandidatin Manuela Grochowiak-Schmieding.
Unbeeindruckt von vorbeifahrenden Autos und Motorrädern versuchte Bärbel Höhn Überzeugungsarbeit zu leisten. "Man sollte einen Nationalpark nicht gegen eine Region schafffen", sagte sie kurz vor dem öffentlichen Auftritt. Stattdessen gelte es Überzeugungsarbeit zu leisten. "Es ist eine Frage der Zeit, wann auch die Flächen der Stadt dazu kommen. Wenn der Zug rollt, wollen auf einmal alle mit dabei sein." Vor 20 Jahren habe der Landtag in NRW hier bereits einen Nationalpark beschlossen.
"Die Senne ist ein wertvolles Naturschutzgebiet. Das zu kombinieren mit einem Waldgebiet, macht sehr viel Sinn", so Höhn. Es gebe bei der möglichen Ausweisung einer Fläche jedoch mehrere positive Effekte, beispielsweise für die touristische Infrastruktur - gerade in einer Gesundheitsregion wie Lippe. "Auch beim Nationalpark Eifel sind Effekte sofort eingetreten." Sie plädierte dafür zu schauen, wo berechtigte widerstreitende Interessen vorhanden seien und nicht Vorurteile zu pflegen.
Günter Weigel vom Vorstand der Lippe Tourismus & Marketing AG sah den Nationalpark als "klares Marketinginstrument", das bei vielen Menschen positiv besetzt sei.(co)
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