Mittwoch, 23.04.2014
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30.05.2012
DETMOLD
Nach dem NRW-Tag: Entsorgungstrupp räumt den Dreck weg
40-Jähriger säubert mit rund 30 Kollegen Plätze und Parks
VON ANDREAS BECKSCHÄFER

Am Morgen danach | Foto: Beckschäfer

Detmold. Auf das große Fest folgt das große Aufräumen: Dem Müll, den etwa 200.000 Menschen im Laufe der NRW-Tage hinterlassen haben, hat die Stadt einen 30-köpfigen Entsorgungstrupp entgegen gestellt. 

Man hört ihn schon lange, bevor man ihn sieht: Das Klimpern in seinen Plastiktragetaschen verrät den fleißigen Pfandflaschensammler, der einsam über den Schlossplatz zieht. Es ist um sechs Uhr morgens das einzig vernehmbare Geräusch im Park.

Davon, dass hier an den Pfingsttagen mehrere zehntausend Menschen ein rauschendes Fest gefeiert haben, zeugt lediglich ein überfüllter Mülleimer. Ein stiller Zeuge, der das erstaunlich friedliche Bild, das der Park am Morgen nach der großen Sause abgibt, kaum stört.

"Das geht doch", bewertet Jens Bücherl die Lage, nachdem er sich in "seinem Revier", wie er es nennt, umgeschaut hat. Klar, die Wiesen sind nicht frei von Müll: Leere Weinflaschen, ein kaputter Plastikeimer und Taschentücher liegen dort herum.

Acht Tonnen Unrat sind während der Festtage zusammengekommen. Doch angesichts der Menschenmassen, die sich hier am Wochenende vergnügt haben, hatte Bücherl Schlimmeres erwartet. Wenngleich der "natürliche Feind" des Entsorgers sich noch feige zwischen den Grashalmen versteckt: "Kronkorken nerven, die bohren sich schön tief in die Wiese", meint der Gärtner und macht sich ans Auflesen derselben.

Unerwartetes gibt es jedoch nicht zu vermelden aus "seinem" Revier, das eines von fünf "Müll-Sektoren" darstellt, in die das Stadtgebiet während der NRW-Tage aufgeteilt ist. Anders ist das im Sektor Nord, dem Bereich um den Hangar 21. Dort haben sich einige Menschen ob des prächtigen Wetters entschieden, unter freiem Himmel zu nächtigen. Und die Schlummernden liegen nun den Mitarbeitern der Stadt im Weg, die dort die Reste vom Feste entsorgen
möchten…

Meldungen wie diese gehen im Bauhof der Stadt ein, wo Projektleiter Bernd Hagemeister die Abläufe koordiniert. Eine Aufgabe, die vor allem im Vorlauf viel Arbeit bedeutet hat. Doch die sorgfältige logistische Planung zahlt sich aus: "Alles greift gut ineinander", konstatiert Hagemeister zufrieden. 30 Mitarbeiter sind vor allem in den Morgenstunden unterwegs, zusätzliche Kräfte in Rufbereitschaft. Aber es muss kaum jemand nachgeordert werden, weil im Vorfeld alles gut bedacht worden ist. Fast alles: "Die üblichen grauen Tonnen als Mülleimer aufzustellen hat sich nicht bewährt. Da handelt der Lipper halt intuitiv: Graue Tonnen kosten Geld, da schmeißt er vorsichtshalber nichts hinein…"

Eigentlich ist der Job, dem Jens Bücherl und seine Kollegen nachgehen, undankbar - vergleichbar etwa mit dem eines Schiedsrichter im Fußball: Je besser die orangenen Helden der Entsorgung ihren Job erledigen, umso weniger nehmen die Menschen wahr, dass sie überhaupt existieren.

Doch der 40-Jährige erfüllt seine Aufgabe trotzdem mit Freude. Nach 90 Minuten Arbeit ist der Schlossplatz entmüllt und Bücherl kann sehen, was er geleistet hat.

Der Pfandflaschensammler ist indes nicht mehr zu hören. Er hat sich einen kleinen Vorsprung für den weiteren Weg durch die Innenstadt erarbeitet. Und den gönnt Bücherl seinem eigennützigen Helfer gern: "Der soll mal sammeln - ich freue mich über alles, was schon weggeräumt ist."


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Kommentare
Die gute Organisation des Reinigungsdienstes rundet das perfekte Wochenende standesgemäß ab. Wirklich ein tolles Event mit perfekter Organisation. So habe ich Detmold noch nie erlebt. Es war eine Freude. Vielen Dank an die Organisatoren, Helfer und nicht zuletzt die nun tätigen Reinigungskräfte.



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