Diese Werke zeigen 27 lippische Künstler in ihrer Jahresausstellung

Sven Koch

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Das fliegende Spiegelei von Wolfgang Rose ist eines von den Werken, die im Koepke-Haus ausgestellt wird. - © Sven Koch
Das fliegende Spiegelei von Wolfgang Rose ist eines von den Werken, die im Koepke-Haus ausgestellt wird. (© Sven Koch)

Schieder-Schwalenberg. Was sind Delikatessen? Woher kommt der Hype um Nahrung – und wie kritisch ist ihre Produktion zu sehen? Damit befassen sich 27 lippische Künstler in der Gemeinschaftsausstellung, die am Sonntag, 4. Dezember, um 15 Uhr im Robert-Koepke-Haus eröffnet wird. Die Uhrzeit ist neu – ebenfalls die Art und Weise, wie Kuratorin Mayarí Granados von der Kulturagentur des Landesverbandes die Schau zusammengestellt hat. „Das Thema ,Delikatessen‘ war vorgegeben wie gehabt", beschreibt sie. „Allerdings mussten sich Künstler dazu innerhalb einer Frist mit einem konkreten Werk bewerben. Die eingereichten Arbeiten wurden juriert." Was nach ihrer Auffassung zur Qualität der Ausstellung beigetragen hat – und zur Aktualität: Alle Werke sind nagelneu und stammen jeweils aus 2016.

Zu sehen ist Malerei, Grafik, Objekt- und Computerkunst, Zeichnung, Fotografie oder Collage – das Spektrum des Dargestellten reicht von abstrakt zu hyperrealistisch. Mangelnde Vielfalt ist also nicht zu beklagen, und das bezieht sich auch auf die Inhalte der Arbeiten. Christa Niestrath zum Beispiel zeigt einen kleinen Tisch, auf dem Fischformen liegen. Er ist maritim dekoriert, und in der Schublade befindet sich ein Heft mit Zeitungsausschnitten, die sich mit der Überfischung der Meere befassen. Helga Ntephe hat dekorative Papieruntersetzer mit Fotos von Obst bedruckt, das qua Titel „Colors of Vitamins" auf seine Inhalte reduziert wird – gleich nebenan hängen bemalte Untersetzer von Friedefrau Deutsch in eher finsteren Tönen.

Marion Doxie Delaubel hat auf Walzstahl ein „Menu III" komponiert, das eher klassische Vorlagen von Nahrungsstillleben und Tafelmalerei aufgreift. Mit einer digitalen Collage befasst sich Karin Oestreich nahezu in pop-artiger Manier mit dem Überfluss an schreienden Nahrungsmittel-Etiketten und Werbung. Und Wolfgang Schulz schaut tief ins Innere: In seiner digitalen Arbeit geht es um den Verdauungsvorgang beim Verzehr einer Trüffelpraline.

Zwischen diesem und einem weiteren Computer-Werk von Andreas Fuchs hängt ein von Licht durchflutetes Gemälde von Redzep Memisevic, das zeigt: Eine Delikatesse kann auch eine delikate, eine zarte Stimmung sein – und gleich um die Ecke schwebt eine Spiegelei ganz surrealistisch am Himmel einer hyperrealistisch gemalten Landschaft von Wolfgang Rose.

Tipp: Am Samstag und Sonntag, 3. und 4. Dezember, findet in Schwalenberg der Weihnachtsmarkt statt. Er öffnet am Sonntag um 14.30 Uhr und bietet sich für einen Bummel nach der Ausstellungs-Eröffnung an. Zu sehen ist die Ausstellung bis 6. Januar, Di-Sa 14-17.30 Uhr, So/Feiertag 10-12 Uhr und 14-17.30 Uhr. Eintritt: 2,50 Euro, Kinder frei.

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