Aussdrucksstarke Emotionen beim Ballett "Irgendwas bleibt" im Detmolder Sommertheater

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Die Tanzcompagnie der Landesbühne Sachsen im Detmolder Sommertheater. - © Foto: Krok
Die Tanzcompagnie der Landesbühne Sachsen im Detmolder Sommertheater. (© Foto: Krok)

Detmold. Der Samstagabend hätte kaum kontrastreicher verlaufen können. Auf der Bühne des Sommertheaters gab es Tanz zu energiegeladenem Rock und zu meditativer "komponierter Stille".

Die Landesbühne Sachsen, das größte Reisetheater des Freistaats, verfügt im Stammhaus Radebeul auch über eine von Ballettdirektor Reiner Feistel geleitete, starke Compagnie. Zehn Tänzerinnen und Tänzer trafen im Programm "Irgendwas bleibt" perfekt den Nerv des keineswegs nur jugendlichen Publikums.

Wie sehr der Choreograf die Befindlichkeiten junger Erwachsener auf den Punkt gebracht hat, bewiesen die Reaktionen im Saal. Eine Schulklasse, die zu Anfang noch relativ geordnet miteinander lernt, spaltet sich nach dem Ende des Unterrichts in Individuen, die ihre eigenen Probleme demonstrieren. Da gibt es eine heikle Beziehung von Schülerin und Lehrer, die nicht sein darf. Spannungen und Rivalitäten wechseln ab mit Abenteuerlust und Party. Und vor der Bereitschaft für eine neue Liebe steht die für viele unfassbare Entfremdung. Katastrophen-Meldungen aus aller Welt schweißen schließlich die Gruppe zusammen, die sich mit ihrem Lehrer (Jiri Sieber) am runden Tisch vereint.

Erheblich zum Auftritt dieser Formation beigetragen hat die Musik der angesagten vierköpfigen Band "Silbermond" aus Bautzen. Vor allem das Lied von Frontfrau Stefanie Kloß "Gib mir ein kleines bißchen Sicherheit" machte neben den Klängen der Gruppe "Kammerflimmer Kollektief" Furore.

Im extremen Gegensatz zu diesen Klängen stehen zwei Kompositionen von Arvo Pärt. Der estnische Tonsetzer, Jahrgang 1935, bezeichnet seine Musik als "weißes Licht", in dem alle Farben enthalten seien.

Trotz des schwarzen Outfits der beiden überaus ausdrucksstarken Tänzer (Helena Gläser und Patrick Finger) machte die dazu gezeigte Choreografie von Reiner Feistel alle Schattierungen einer Beziehungsgeschichte sichtbar. Während Töne wie einzelne Tropfen hernieder fielen, durchlebte das Paar verschiedene Phasen eines komplizierten Beziehungsgeflechts zwischen Balz und Eroberung, Hingabe und Ekstase, Miteinander und gelegentlich recht witzigem Gegeneinander. Im voll besetzten Haus wollte der verdiente Beifall kaum enden. (Nv)

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