Spitzendesigner präsentieren auf dem Campus unkonventionelle Ideen

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Gewährten Ausblicke: (von links) Johannes Erler, Lars Harmsen, Eike König, Mario Lombardo bei der "Design Night". - © Foto: Gocke
Gewährten Ausblicke: (von links) Johannes Erler, Lars Harmsen, Eike König, Mario Lombardo bei der "Design Night". (© Foto: Gocke)

Detmold. Wenn sich vier Top-Grafikdesigner versammeln und Studenten ihre Arbeit vorstellen, verspricht das gute Unterhaltung. Bei der "Design Night" hat der scheidende Detmolder Dozent Johannes Erler für einzigartige Impressionen in der "Space Catalyst"-Woche an der Hochschule OWL gesorgt. Darin standen Workshops statt Unterricht im Vordergrund.

Noch leuchtete das Licht im "Casino", dem größten Hörsaal am Detmolder Campus. Immer mehr Studenten strömten durch die Eingangstüren, suchten sich einen Platz, setzten sich auf die Bänke, Treppen und den Fußboden - sie warteten auf ihren Dozenten Johannes Erler. Zum Abschluss seiner zweijährigen Lehrzeit an der Hochschule OWL wollte dieser "nochmal eins draufsetzen" und den Studierenden etwas bieten.

Bei seinen Schülern augenscheinlich beliebt, brandete tosender Applaus auf, als Erler den Plan betrat - cum tempora, die klassische akademische Viertelstunde gönnte er sich als Verspätung. Die Idee zu dem Abend ist dabei schnell erklärt: Jeder der vier teilnehmenden Designer hatte im Vorfeld den Auftrag bekommen, etwas zum Wochenthema "Space Catalyst" zu gestalten. Jeweils mit einem Laptop ausgestattet, präsentierten Mirko Borsche (Art Director "ZEIT"-Magazin), Lars Harmsen (Typomagazin "Slanted"), Eike König (Werbung für "Nike" usw.) und Mario Lombardo (Art-Director "Spex", "Viva") zunächst einige ihrer beruflichen Arbeiten und stellten zum Abschluss ihren Beitrag zum Thema vor. Die Studierenden durften zum Ende ihren persönlichen Sieger wählen.

Der Dortmunder Professor Lars Harmsen bekam schließlich die Trophäe - einen grünen Mini-Hermann. "Ich kann selbst nicht gut filmen, sodass ich mir immer Hilfe suche und andere diese Arbeit machen lasse", kündigte Harmsen seinen Beitrag an. Sein Film zeigte eine Büroszene aus der Perspektive eines Hundes, dem er die Kamera am Halsband befestigt hatte.

Unkonventionelle Ideen wie diese bestimmten den Abend. "Der Gedanke ist", sagte Erler, "den Studenten Mut zu machen, auch für unkonventionelle Ideen offen zu sein und nicht immer in den vorgegebenen Bahnen zu denken." Die vier Gäste seien gute Beispiele dafür, wie eine kreative Karriere jenseits der üblichen Konventionen aussehen kann.

"Ein solches Setup ist schon etwas Besonderes", sagte Erler zum Abschluss und zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden. So hochkarätige Designer aus ganz Deutschland zusammenzubringen und in dieser Form zusammen wirken zu lassen, das habe es bisher wohl noch nicht gegeben.(tog)

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