Die Drehorgeln spielen in der Kirche mit der Orgel

Außergewöhnliche Harmonie zwischen dem großen Instrument und seinen kleinen Ablegern

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(von links) Manfred Glaß, Gitli-Ingrid Glaß, Frauke Glaß-Fricke. - © Foto: Hopp
(von links) Manfred Glaß, Gitli-Ingrid Glaß, Frauke Glaß-Fricke. (© Foto: Hopp)

Detmold (dho). Unter dem Titel "Orgel & Drehorgel" hat in der Martin-Luther-Kirche zu Detmold am Samstag, 28. Januar, ein außergewöhnliches Konzert stattgefunden. Es spielten die Mascheroder Drehorgelmusikanten (Frauke Glaß-Fricke, Gitli-Ingrid und Manfred Glaß) und Kantor Christoph Kuppler an der Paschen-Orgel.

Zu Beginn legte Christoph Kuppler auf der Paschen-Orgel den kraftvollen Bolero de Concert von Louis James Alfred Lefébure-Wély vor. Kupplers Registrierung vermochte den edlen Klang von Grund- und Zungenstimmen, typisch für die französische Musik, überzeugend umzusetzen. In ihren anschließenden Grußworten brachten Pfarrerin Christa Willwacher-Bahr und Michael Stadermann, Präses der Lippischen Landessynode, ihre Freude über die exquisite Veranstaltung zum Ausdruck und betonten den vergnüglichen Aspekt des Konzertes.

Manfred Glaß führte mit wissenswerten Informationen und auflockernden Anekdoten zu den gespielten Werken und Instrumenten durch das vielseitige Programm. Konzertiert wurde auf vier Drehorgeln: zwei mit 37 und eine mit 26 Tonstufen, die als Trio gespielt wurden, sowie eine Zungenorgel mit 20 Tonstufen, die solistisch erklang. Zahlreiche der Bearbeitungen stammen aus der Hand von Manfred Glaß und haben somit den Charakter von Unikaten.

Zunächst waren das Adagio aus dem Klarinettenkonzert KV 622 von W. A. Mozart, Gioacchino Rossinis Arie der Rosina aus "Der Barbier von Sevilla" und die Violinenromanze Nr.2 von Ludwig van Beethoven zu hören. Als überaus beeindruckend erwiesen sich die große Klangfülle, der Tonumfang der Instrumente und Effekte wie Staccati, darüber hinaus Glissandi und schnelle Tonrepetitionen.

Gitli-Ingrid Glaß stellte mit Albert Lortzings Holzschuhtanz und der Schanfigger Bauernhochzeit von Hannes Meyer, die zuvor auf der Kirchenorgel dargeboten wurde, die Zungenorgel vor. Diese erinnert klanglich an ein Akkordeon, besitzt jedoch eine spezifisch helle und silbrige Farbe.

Christoph Kuppler spielte eine das Publikum mitreißende Bearbeitung der Ouvertüre aus "Carmen" von Georges Bizet. Für den Mittelteil seien stellvertretend der beschwingte "Champagner Galopp" von Hans Christian Lumbye und das "Largo" aus dem "Winter" der "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi genannt. In der "Amboss Polka" von Albert Parlow übernahm Kuppler einen Drehorgelpart, Manfred Glaß "schlug" einen echten Amboss - das Publikum forderte eine Zugabe, die mit "The Lion sleeps tonight" erklang. 

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