Fünf Engländer bieten Blödsinn mit Niveau

Verrückte Band aus London mit Musikcomedy bei Kunst im Kreishaus

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Schräg: Professor Percival mit einem Smile-Schild auf den Lippen. - © Foto: Dick
Schräg: Professor Percival mit einem Smile-Schild auf den Lippen. (© Foto: Dick)

Detmold (cd). Was für ein Klamauk! Die vielleicht verrückteste Band der Welt "Bob Kerr and his Whoopee Band" war am Freitag mit großartiger Musikcomedy bei Kunst im Kreishaus zu Gast.

Blödsinn machen kann jeder. Bei "Bob Kerr and his Whoopee Band" hat der Blödsinn allerdings eine supergute Qualität. Die fünf englischen Bandmitglieder Bob Kerr, Bert, Henri, Malcolm und Professor Percival sind bunt, schrill, komisch und noch dazu Spitzenmusiker. Sie improvisieren nicht einfach herum, sondern liefern eine bis ins kleinste Detail durchdachte Show, die sowohl intelligent als auch wirklich witzig ist. Die verrückte Band macht Musik mit Teekannen, Hupen, Plastik-Enten, Spülbecken, Sägen, Tesafilm und lauter anderen Dingen, die der "Crazy Professor" im Requisiten-Wagen hat.

"Always prepared" ("Immer vorbereitet"), sagt er und zückt einen kunterbunten Regenschirm-Hut. Für jedes Stück gibt es nämlich passende Hüte, Kappen, Bärte, Perücken, Trillerpfeifen und Masken. Willkommen beim Karneval. "Making whoopee" bedeutet nämlich so viel wie "ausgelassen sein", Ausgelassenheit ist hier also Programm.

Parallel zur Musik im vergnügten Dixieland-Jazz-Stil präsentieren die Männer Slapstick auf hohem Niveau. Die Musik ist irre laut und die Inszenierung so schnell, flink und gewitzt, dass man jederzeit etwas verpassen könnte, wenn man mal nicht hinsieht. Während Schlagzeuger Henri die Sticks zum Rauchen benutzt, macht der Professor Musik mit seinen Schnurrbarthaaren, lässt Bier von seinem linken Ohr ins rechte laufen oder schaut zu, wie die Gummihand an seiner Ukulele von ganz alleine spielt. Ein anderes Mal befördert er einen Tischtennisball von seinem Hut in die Trompete von Bob Kerr.

Solche Zaubertricks passieren meist beiläufig und ohne Ankündigung. Gerade das macht die Performance aber interessant. Der Zuschauer wird so nämlich zum Entdecker - und an diesem Abend gibt es viel zu entdecken. Professor Percival spielt "Somewhere over the rainbow" auf einer elektrischen Säge. Malcolm tanzt mit der Tuba, Bob Kerr spritzt die Gäste nass und dreht die Noten auf den Kopf, während sein Kollege nicht hinsieht, und Pianist Bert schmettert ein Klaviersolo dahin, dass einem fast die Augen ausfallen.

Mit einem netten "Lovely" kommentieren die englischen Musiker ihre Aktionen. Ist ja auch entzückend, dieser ganze Blödsinn. Heiterkeit steckt eben an.

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