Ex-Detmolder spricht über ein extremes Experiment

Timm Kruse hat 40 Tage gefastet und darüber ein Buch geschrieben

Von Barbara Luetgebrune

Fasten bis zur

Erleuchtung - © Detmold
Fasten bis zur
Erleuchtung (© Detmold)
Detmold/Kiel. Timm Kruse hat gefastet. 40 Tage lang hat er auf feste Nahrung verzichtet, sich nur von verdünnten Säften, Brühe oder Buttermilch ernährt. Über seine Erfahrungen hat der Ex-Detmolder ein Buch geschrieben.

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Persönlich

Timm Kruse wurde 1970 in Detmold geboren, hat am Leopoldinum Abi gemacht, dann Sprach- und Literaturwissenschaften in Saarbrücken und Wolverhampton studiert. Nebenbei arbeitete er für deutsche Zeitungen. Seit 1997 ist er Fernseh-Redakteur, unter anderem für das ZDF. Heute lebt er als Autor in Kiel. Weitere Infos: www.gekritzeltes.de.

Am Montag ist "40 Tage Fasten" erschienen. Der Untertitel: "Von einem, der mal Ballast abwerfen wollte". Und das ist in der Tat der Ansatz, mit dem Timm Kruse an das, wie er selbst einräumt, "extreme" Experiment herangegangen ist. Die 40 Tage sind keineswegs willkürlich gewählt: Das ist die Spanne, die laut Überlieferung auch Jesus, Moses oder Buddha gefastet und am Ende eine Erleuchtung erlebt haben.

Timm Kruse ist nicht religiös, aber diese Überlieferungen, die haben ihn interessiert. Die LZ sprach mit dem Ex-Detmolder, der am 29. März ab 19.30 Uhr im Buchhaus am Markt aus seinem ersten Buch lesen wird - und gerade dabei ist, das Hörbuch zum zweiten aufzunehmen.

Das hatte sich Tim Kruse zum Ziel gesetzt als er seine 40-tägige Fastenzeit antrat.
Das hatte sich Tim Kruse zum Ziel gesetzt als er seine 40-tägige Fastenzeit antrat.

Herr Kruse, eigentlich wollen wir ja über das Fasten reden, aber worum geht es denn im zweiten Buch?

Timm Kruse: Ich habe acht Monate einen indischen Guru auf seinen Reisen durch Amerika und Europa begleitet. Es war völlig abgedreht, aber auch ein wirklich tolles Erlebnis. Davon erzähle ich in "Fast Guru".

Das heißt aber, Sie brauchen nach wie vor Projekte wie das Fasten oder die Tour mit dem Guru, um glücklich zu sein?

Kruse: Nein, im Moment nicht mehr. Meine Freundin hat es neulich bemerkt. Sie hat mich gefragt: "Ist dir eigentlich schon aufgefallen, dass du gar nicht mehr auf der Suche bist?" Und das stimmt. Das hat sicher auch damit zu tun, dass ich nicht mehr an die große Erleuchtung glaube. Beim Reisen mit dem Guru habe ich etwa gemerkt, wie unerleuchtet der war. Ich mag Spiritualität, aber nur, wenn sie nicht zum Selbstzweck wird.
Und auch die 40 Tage fasten haben mir keine Erleuchtung gebracht.

Haben Sie überhaupt etwas mitgenommen aus dieser Zeit?

Kruse: Die Erkenntnis, dass wir im Paradies leben, dass  wir alles haben, was wir brauchen und uns wünschen - und zwar zu jeder Zeit. Bei mir hat sich in dieser Zeit eine Dankbarkeit manifestiert, und die ist geblieben. Ich bete zwar  nicht - das wäre mir zu viel Brimborium -, aber ich bin vor jedem Essen kurz bewusst dankbar.

40 Tage lang haben Sie gar nichts gegessen. Ist Ihnen das Fasten sehr schwer gefallen?

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