Sieben Weltpremieren beim Straßentheaterfest in Detmold

Von Martin Hostert

Sieben Weltpremieren

beim Theaterfestival - © Kultur
Sieben Weltpremieren
beim Theaterfestival (© Kultur)

Detmold. Das Straßentheaterfest, als "Detmolder Bildstörung" 1991 ins Leben gerufen und später vom "internationalen" in den "europäischen" Rang erhoben, erlebt erneut eine Premiere. Es ist Partner des NRW-Tages. Die Straßentheater-Freunde dürfen sich auf nahezu doppelt soviel Spielzeit wie im vergangenen Jahr freuen: Reinhold Seeg verspricht 109 Stunden Theater live in den Straßen und auf den Plätzen Detmolds. Die Inszenierungen seien öfters zu sehen, freute sich der Macher des Festivals - ein Entgegenkommen an die parallel laufenden NRW-Tage. 

Premieren künstlerischer Art gibt es auch reichlich. Sieben Gruppen zeigen ihre Inszenierungen erstmals überhaupt, dazu sind eine europäische und acht deutsche Erstaufführungen zu sehen. Seeg jonglierte mit weiteren Zahlen: Es werden 20 Gruppen aus sechs Ländern erwartet - vier mehr als 2010. Sie zeigen 81 Performances.
Vor allem katalanische und französische Gruppen sind dabei. Einige Programmgeheimnisse gab Seeg preis. Das Kollektiv
"KompleXKapharnaüM" etwa zieht einen Parcours durch die Stadt, der dem Weg vom neugeborenen Baby bis zum Greis zeigt.

Auf dem Bruchberg geht die Compagnie Erectus aus Frankreich auf Tuchfühlung mit dem Publikum. - © Archivfoto: Gerstendorf-Welle
Auf dem Bruchberg geht die Compagnie Erectus aus Frankreich auf Tuchfühlung mit dem Publikum. (© Archivfoto: Gerstendorf-Welle)

Seeg: "Es erzählt eine universelle Geschichte mit den Mitteln diversen Medien, wie Video, Klang, Collage, Sprache und Design."
"Jo Bithume" aus Frankreich gibt einen offensichtlich eher düsteren Ausblick auf das Jahr 2037. Das Stück erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe Menschen, die sich nach einer Katastrophe auf eine Ölplattform gerettet haben. Aber: "die scheinbare Harmonie der Gruppe wird durch Flüchtlinge gefährdet." Bereits von Anfang Mai an wird "Jo Bithume" in Detmold sein und die Inszenierung auf dem Exerzierplatz einstudieren.

"Prins te Paard" bringt eine Solo-Performance mit Licht, Musik, Wasser und Feuer-Effekten, die den letzten Flug eines alliierten Piloten im Zweiten Weltkrieg poetisch und berührend, "aber auch spektakulär und komisch rekonstruiert." Seeg kündigte an, dass die Niederländer auch den Absturz einer B17 in den Donoper Teich in den letzten Kriegstagen einbauen werden. Neben den Großproduktionen sind wieder Künstler in der Stadt unterwegs, die verrückt spielen, in einer schwarzen Kutsche durch Detmold irren oder in einer Hütte voller Elektroschrott dem Abfall der Gesellschaft neuen Wert geben.

Gespielt wird von Freitag, 25. bis Sonntag, 28. Mai, an folgenden Orten: Marktplatz, Schlossplatz, Rosental, Ameide, Kronenplatz, Exerzierplatz und Hangar 21.

www.strassentheater-detmold.de

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