Christuskantorei bestätigt mit ihrem Auftritt in der Christuskirche ihre Spitzenposition

Musik spendet Trost in der dunklen Jahreszeit

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Christoph Grohmann, Uta Singer und Burkhard Geweke (von links) mit der Kantorei der Christuskirche. - © Foto: Schwabe
Christoph Grohmann, Uta Singer und Burkhard Geweke (von links) mit der Kantorei der Christuskirche. (© Foto: Schwabe)

Detmold (ans). In ihrer Abendmusik am Sonntag hat die Kantorei der Christuskirche ihre herausragende Stellung unter den lippischen Kirchenchören bestätigt. Ebenso ausdruckssicher wie folglich ausdrucksstark vermochte die Kantorei sich den Klangsprachen eines Heinrich Schütz oder Kurt Thomas zu nähern.

"Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten", verspricht der Gott der Christen denen, die guten Willens sind. Erstaunlich, welche Kraft von einem Satz auszugehen vermag. Sie wird noch verstärkt, wenn die Worte von Musik getragen werden. Und da ist es erstaunlich, dass es egal zu sein scheint, ob diese Musik vor fast fünfhundert Jahren oder erst 50 Jahren aufgeschrieben worden ist.

Dabei unterscheiden sich die Klangsprachen eines Heinrich Schütz (1585 - 1672) und eines Kurt Thomas (1904 - 1973) erheblich. Bei Heinrich Schütz erklingt die frühbarocke Tonsprache aus fünf zueinander fließenden Stimmen - bei Kurt Thomas die spätromantische Betonung expressiver Klänge, in der Dissonanzen in eine tröstende Grundstimmung eingebettet werden.

Ausgewogenheit der Chorstimmen, herausragende Artikulation und Phrasierung sowie emotionale Präsenz bildeten einmal mehr die tragenden Säulen der Christuskantorei. Ihr Leiter Burkhard Geweke führte sie am frühen Sonntagabend in der bestens besuchten Kirche zu einer bewegenden Leistung - auch bei Johann Sebastian Bach (1685 - 1750).

Beim Hören seiner Motette "Komm, Jesu, komm" für zwei vierstimmige Chöre und Basso continuo wurde deutlich, wie brillant  und treffsicher dieser Komponist die Last des Lebens in Musik zu fassen vermag. Das alles war schon phänomenal.

Vor diesem letzten Chorsatz des besonderen Konzertes am Totensonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, spielte Christoph Grohmann Johann Sebastian Bachs Praeludium und Fuge in h-moll für Orgel trotz ihrer überaus dichten Komposition gekonnt durchsichtig. Grohmann begleitete auch Uta Singer, die in ihrem gehaltvollen Sopran mit einigen geistlichen Liedern das Programm ergänzte, wobei sie mit Mendelssohn noch eine ganz andere Klangfarbe in das Konzert einführte.

Die Christuskantorei wurde unter anderem von Mitgliedern der Nordwestdeutschen Philharmonie begleitet. Die Zuhörer spendeten viel dankbaren Beifall für eine Musik, die sie sicher durch die dunkle Jahreszeit begleitet.

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