In Bergkirchen bestimmen hochkarätige Solisten das Programm am Ewigkeitssonntag

Ein Konzert voll frommer Klänge

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Irmgard Maria Tutschek. - © Foto: Nevermann
Irmgard Maria Tutschek. (© Foto: Nevermann)

Bad Salzuflen-Bergkirchen (Nv). Mit drei Bach-Kantaten, verbunden durch virtuose Flötenkonzerte von Antonio Vivaldi, begeisterte ein hochkarätiges Aufgebot von Vokal- und Instrumentalsolisten am Ewigkeitssonntag das Publikum.

Schon 45 Minuten vor Beginn des Konzerts sind nur noch Parkplätze auf den umliegenden Wiesen zu finden. Die Konzerte in Bergkirchen haben viele Fans. Und das gilt an diesem Nachmittag besonders, denn es handelt sich um eine außergewöhnliche Besetzung. Der Kantorei zur Seite stehen auch 13 Mitglieder der Nordwestdeutschen Philharmonie (NWD).

Einigen Sängerinnen und Sängern des großartig agierenden Chores sei es schwer gefallen, sich immer wieder zum Thema "Tod" zu äußern. Dazu kommt, so Kantor Rainer Begemann, der  in unserer Gegenwart mühsame Zugang zu barocken Texten und deren Aussage. Niemand erwartet wohl heute allen Ernstes freudig die "süße Todesstunde". Doch für die Menschen zur Zeit des Thomaskantors, geplagt von Krankheit und frühem Sterben, öffnete sich mit dieser Aussicht tatsächlich das Tor zu einer besseren Welt.

Die von tiefer Frömmigkeit geprägte, tröstliche Musik von Johann Sebastian Bach jedoch spricht auch über die Jahrhunderte hinweg zu uns. "Actus tragicus", von Bach mit nur 22 Jahren komponiert, unterscheidet sich mit symmetrischem Aufbau stark von seinem späteren Kantatenwerk. Voller Sanftmut erklingt die einleitende Sonatina, deren bedächtiges Tempo beibehalten wird. Schon hier überzeugt die fein austarierte Transparenz des kammermusikalisch agierendern Orchesters, auch bei dem ungewöhnlichen Einsatz von Flöten und Altstimme beim "cantus firmus".

Sehr vertraut ist dagegen die Form der Kantate "Komm, du süße Todesstunde". Hier geht es um Arie, Rezitativ und abschließenden Choral. Faszinierend sind die hoch virtuosen Flötenpartien, ausgeführt durch Irmgard Tutschek und Ute Ginster.

"Wachet auf, ruft uns die Stimme" - das ist der große Auftritt der Kantorei. Rainer Begemann hat für die Aufführung drei große Chor- bzw. Choralsätze ausgewählt. Hier entsteht über den Violinen (auch NWD-Konzertmeister Takahiro Tajima) ein reizvolles Geflecht der Stimmen, die abwechselnd mit lautem Atem den "cantus firmus" übernehmen.

Geschickt verbunden wurden die weltabgewandten Kantaten durch pure Lebensfreude, komponiert von Antonio Vivaldi und mit der Blockflöte von Irmgard Tutschek so meisterhaft interpretiert, dass spontaner Beifall aufbrandete.

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