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24.06.2010
Auch hinter Gittern wird geträumt
Schüler und Strafgefangene bringen gemeinsam ein Theaterstück auf die Kaschlupp!-Bühne

Von Julia Gärtner

Manche Menschen nehmen auf ihrem Lebensweg den falschen Abzweig. Im Theaterstück "Warum ich...?" zeigen Schüler und Strafgefangene, wie viel diejenigen hinter Gittern mit denen "draußen" verbindet.

Detmold. Ein junger Mann liegt im Halbdunkel in einem Bett. Er hat sich die Decke bis zum Kopf gezogen. "Warum schaffe ich nie, was ich mir vornehme?", ruft eine Stimme aus dem Dunklen. "Warum bin ich immer so aggressiv?", dröhnt es von der anderen Seite. Immer mehr Stimmen ertönen und blähen sich zu einem lauten Fragenchaos auf. Azat steht auf und setzt sich an einen Schreibtisch. Ruhe. Er nimmt sich einen Stift und schreibt auf ein Blatt Papier. Wieder erschallen die Fragen. "Stopp!", schreit Azat.

Das dokumentarische und biografische Theaterprojekt "Warum ich...?" von Ines Honsel, Doris Eulenstein und Nicole Sonnenbaum führte Schüler aus lippischen Schulen und junge Gefängnisinsassen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Herford zusammen. Auf der Kinder- und Jugendbühne Kaschlupp! erzählen die jungen Schauspieler von Gewalterlebnissen, der alltäglichen Langeweile und Zukunftsträumen.

Die Geschichten der Jugendlichen sind direkt aus der Realität gegriffen, denn es sind ihre eigenen. Das macht das Stück besonders originell und authentisch, an manchen Stellen wirkt es glatt improvisiert.

Alle tragen blaue T-Shirts, die Sträflingsuniform der JVA Herford. Allerdings steht auf jedem Oberteil ein vom Schauspieler selbst gewählter Spruch oder Name. Die jungen Frauen und Männer tauschten ihre persönlichen Texte untereinander aus, damit die Zuschauer nicht erkennen, wer von ihnen im Gefängnis sitzt. Dem Publikum wird dadurch umso deutlicher, dass sich der Alltag und die Wünsche der Jugendlichen trotz verschiedener Lebenswege wenig unterscheiden. Musikvideoclips der Musikschule Herford, in denen Jugendstraftäter ihr Leben, ihre Gedanken und Gefühle im Gefängnis beschreiben, untermalen die Vorstellung.

Die Intention des Theaterprojektes ist aufgegangen: "Anfangs sind die Gefängnisinsassen unter sich geblieben. Aber während der Proben sind wir mehr zusammengewachsen und mittlerweile verstehen wir uns alle richtig gut", schildert die Abiturientin Fraya. Azat sieht das ähnlich: "Es hat Überwindung gekostet, so viel von sich preiszugeben. Aber es war eine interessante Erfahrung mit den Abiturienten." Die multimediale Theateraufführung dauert jugendfreundliche 40 Minuten und hat bei seiner Premiere am Dienstag viel wohl verdienten Applaus geerntet. Ihre letzte Vorstellung geben die Schauspieler heute um 19.30 Uhr im Kaschlupp!.

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Dokument erstellt am 24.06.2010 um 00:18:03 Uhr


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