Vokal-Projekt "Groophonik" gibt zwei mitreißende Konzerte im Detmolder Sommertheater
Detmold. Zwei Konzerte vor fast ausverkauftem Haus: Der Projektchor "Groophonik" hat im Detmolder Sommertheater seine ersten öffentlichen Auftritte absolviert.
Zweifellos ist die Lieblingsbuchstabenkombination dieses Chorprojekts "oo": "Groophonik" fordern auf der Eintrittskarte zu ihrem Konzert im Sommertheater "Let's Groove!" - und versprechen einen Auftritt, der peppig, poppig und natürlich "groovy" ist.
Die Bedeutung des Begriff "Groove" lässt sich kaum klar definieren, und doch weiß wohl jeder, was er zu erwarten hat: nämlich Musik, die eine mitreißende Wirkung entfaltet. Und an dieser Bestimmung gemessen war es nur recht, dass "Groophonik" das Wortspiel gewaltig strapazierten, denn was der Popchor an zwei Tagen vor jeweils fast vollem Haus auf die Bühne gebracht hat - das hat tatsächlich mitgerissen.
Der Projektchor, dessen Stimmen von Leiter Tobias Richter im Vorfeld aus einer hohen Zahl an Bewerbern ausgewählt worden waren, besteht zweifellos aus wirklich guten, teilweise auch schon recht bekannten Musikern (Yvonne Teichgräber sei stellvertretend genannt). Und die kamen auch alle zu ihrem Recht im Solo, Duett und Terzett. Wirklich intensiv oder explosiv wurde es jedoch vor allem im Chorformat.
Manchmal berührend, wie im Leonard-Cohen-Klassiker "Hallelujah", dem die Chor-Bearbeitung durch das sanfte, fast sphärisch wirkende Gegenspiel der tiefen und hohen Stimmen eine Intensität zusetzte, die Gänsehaut zu erzeugen vermochte. Gern auch krachend, wie etwa beim Stück "One By One" aus dem Broadway-Musical "The Lion King", atemlos und kraftvoll umgesetzt und vom - ohnehin stets absolut virtuos eingesetzten - Schlagwerk ausgelassen getrieben. Nicht vergessen werden sollte in Zusammenhang mit der dichten, atmosphärischen Wirkung auch die beeindruckende Einflussnahme der Lichttechniker, deren Zutun geschickt die Stimmungen verstärkten.
Und dann war da noch der Dirigent: Tobias Richter zu beobachten, wie wirklich jeder einzelne Takt in seinen Körper zu fahren schien, um dort ungefiltert in Bewegung umgesetzt zu werden: Das allein wäre das Eintrittsgeld wert gewesen.
Richter fasste seinen Anteil an diesem (Erfolgs-)Projekt in bescheidene Worte: "Die Arbeitsphase mit den Musikern war ein Traum. Die haben alles zu Hause erarbeitet, ich musste mich nur hinstellen und sagen: Gut so!" Es ist bestimmt korrekt, dass von den Chormitgliedern jeder für sich gut gearbeitet hatte, doch wie die einzelnen Stimmen stets punktgenau zusammenliefen, wie zauberhaft ausgefeilt die Arrangements wirkten - das war sicherlich der Verdienst ihres Dirigenten.
Dass die Zuschauer von all dem begeistert gewesen wären, kann man allerdings nicht schreiben. Das wäre nämlich reichlich untertrieben! "Groophonik" haben ein musikalisches Erlebnis von besonderer Güte dargeboten. Und vielleicht gar so etwas geschaffen wie eine klare Definition des Wortes "Groove".Zauberhaft ausgefeilte
Arrangements
stehenden Code hier ein*: