Detmold (blu). Wenn am 18. und 19. Februar im Konzerthaus Benjamin Brittens "War Requiem" erklingt, dann soll das weit mehr sein als ein bloßes Konzert. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Initiatoren geht. "Es soll das Leben aller Beteiligten verändern", sagt Prof. Caroline Thomas.
Und das sind viele. Neben der Detmolder Gesangsprofessorin, zwei amerikanischen Vokalsolisten, dem Detmolder Oratorienchor, dem Knabenchor Gütersloh und dem Hochschulorchester unter Leitung von Prof. Karl-Heinz Bloemeke sind auch mehrere US-amerikanische Chöre und Orchester unter Leitung von Mark Russell Smith beteiligt. Den Aufführungen in Detmold werden drei weitere in den USA folgen. Die Besetzung variiert je nach Aufführungsort: Bei den Detmolder Konzerten treten natürlich mehr hiesige Musiker und Ensembles in Aktion, in den USA mehr amerikanische.
Wie kam es zu dieser Kooperation? "Mark Russell Smith ist ein ehemaliger Studienkollege von mir. Er hatte die Idee, das ,War Requiem‘ zum 50. Jahrestag der Uraufführung des Britten-Werkes auf die Bühne zu bringen", erzählt Caroline Thomas.
Das Werk, das den lateinischen Text der Missa pro Defunctis mit englischsprachigen Gedichten von Wilfred Owen (gefallen 1918) vereint, wurde am 30. Mai 1962 in der neugebauten Kathedrale im englischen Coventry uraufgeführt, deren Vorgängerbau bei der deutschen Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurde. Für die Uraufführung waren eine russische Sopranistin, ein englischer Tenor und der deutsche Bariton Dietrich Fischer-Dieskau als Solisten vorgesehen. Damit wollte Britten die Versöhnung zwischen den im Krieg verfeindeten Völkern andeuten. Der Plan ging nicht auf - die russische Sängerin erhielt keine Ausreiseerlaubnis.
Den internationalen Ansatz haben die Initiatoren der aktuellen Aufführung aufgegriffen, die sie unter den Titel "Britten Peace Project" stellen. "Dietrich Fischer-Dieskau übernimmt die Schirmherrschaft und er wird auch zum Konzert nach Detmold kommen", berichtet Caroline Thomas.
Die amerikanischen Musiker werden bereits am 13. Februar in Detmold eintreffen, dann beginnen die gemeinsamen Proben. "Das wird eine sehr festliche Woche für unsere Studenten werden", meint die Professorin. Im Anschluss werden zwölf Sänger und zwölf Musiker aus Detmold für die dortigen Konzerte in die USA fliegen. Die intensive Probenarbeit, die Reise, die Konzerte: Das alles sei ein tolles Erlebnis für die Studenten, findet Caroline Thomas - die sich auch selbst freut, dabei sein zu können. "Der Part ist genau richtig für meine Stimme."
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