Solisten und Vokal-Ensembles geben eindringliches Konzert in der Detmolder Heilig-Kreuz-Kirche
Detmold. Unter dem Titel "Tehelim - Kraft und Trost der Psalmen" ist in der Kirche Heilig Kreuz ein Chor- und Orgelkonzert mit Psalm-Vertonungen erklungen. Anlass war der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.
Es musizierten Vokalsolisten, die Chorgemeinschaft "cantus novus" Detmold (Leitung: Hans Hermann Jansen), der Kammerchor des Musikcollegs OWL (Leitung: Linda Wiebe) und Dr. Friedhelm Flamme (Orgel). In der Einführung betonte Hans Hermann Jansen die Bedeutung der Psalmen (hebräisch "Tehelim") als ein wichtiges Bindeglied zwischen christlicher und jüdischer Kultur. Eva Thalmann las Psalmtexte und Psalmen nachempfundene Werke, die Aspekte menschlicher Ängste und Empfindungen der heutigen Zeit thematisieren.
Das Konzert wurde umrahmt durch die Ecksätze der Orgelsymphonie "Le Cantique des Cantiques" op. 84 von Walter Steffens. Diese "musikalischen Bildreflexionen" beziehen sich auf den gleichnamigen Bilderzyklus von Marc Chagall. Friedhelm Flamme, Uraufführungs-Interpret des Werkes, nutzte die symphonische Klangpalette der Schuke-Orgel mannigfaltig aus und verlieh den Stücken eine äußerst spannungsreiche Interpretation.
Von großer Tragweite waren die ausdrucksstarken Stimmen der Vokalsolisten und des Chors. In Stücken für Solo, Chor und Orgel von Felix Mendelssohn beeindruckten Judith Nabel (Sopran) mit der Hymne "Hör mein Bitten" und Eva Thalmann (Sopran) mit "Herr, wir trau'n auf Deine Güte" aus op. 96. Wirkungsvoll gerieten hier die Wechsel zwischen Solo und Chor und in op. 96 die Imitationen im Chor. Hans Hermann Jansen (Bariton) sang die Arie "Gott, sei mir gnädig" aus Mendelssohns "Paulus" und Arthur Honeggers "Trois Psaumes". Die unterschiedlichen Stimmungen der drei Psalmen wurden von den Interpreten vorbildlich herausgestellt.
Das Ensemble "cantus novus" überzeugte mit dem beschaulichen "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" und dem ätherischen Terzett "Hebe Deine Augen auf" aus dem "Elias" von Mendelssohn und Franz Schuberts idyllischem "Gott ist mein Hirt". Friedhelm Flamme registrierte farbenreich und fantasievoll.
Eine interessante Kombination aus gesprochenem und gesungenem mehrsprachigem Text unter Einbeziehung von improvisatorischen Elementen und Klängen vom Band trug "cantus novus" in Form einer Collage über den 131. Psalm vor, die in eine Passage aus Leonard Bernsteins "Chichester Psalms" mündete. Mit hervorragender Intonation sang der Kammerchor des Musikcollegs OW à cappella Mendelssohns "Richte mich Gott" op. 78,2 und den Doppelchor "Denn er hat seinen Engeln" befohlen aus dem "Elias". (dho)
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