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31.01.2013
DETMOLD
Eindrucksvolles Konzert des Detmolder Kammerorchesters
Linus Roth spielt eine zauberhafte Geige

Tolles Team | Foto: Schwabe

Detmold (ans). Das Konzert des Detmolder Kammerochesters am Dienstagabend im bestens besuchten Konzerthaus ist rundum ein großer Erfolg gewesen. Das Orchester war dem Mann mit dem zauberhaften Geigenspiel ein ausgezeichneter Partner. Und es hatte mit Ralph Vaughan Williams einen tollen Komponisten für den Kontinent entdeckt.

Der Mann mit dem ätherisch schönen Geigenton, den dieser mit einer Virtuosität von himmlischer Leichtigkeit, Klarheit und Entschiedenheit in die Ohren seiner Zuhörer sandte, heißt Linus Roth, ist Geigenprofessor in Augsburg und spielt eine Stradivari. Es gibt Geheimnisse, die nicht erklärt werden dürfen. Eines ist das Wunder dieses Geigentones, den zu beschreiben Worte niemals hinreichen.
 
Mit Mozarts A-Dur-Konzert für Violine und Orchester KV219 hatte Alfredo Perl genau die richtige Komposition ausgewählt, die das Füllhorn der Ideen illustriert, mit denen Mozart auch dieses Werk zu einem Traumland klingender Formschönheit entfaltet, die jeden Gedanken, jede Verwandlung und jeden Kontrast für Solist und Orchester in all ihrer subtilen Komplexität durchsichtig gestaltet.

Das auch den Zuhörern zu vermitteln, funktioniert allerdings nur, wenn Solist und Dirigent die fragile Architektur des Konzertes mit jener Präzision kommunizieren, die die scheinbare Leichtigkeit zu keiner Sekunde gefährdet. Roth brachte dafür alle Voraussetzungen mit, aber auch Alfredo Perl erwies sich als brillanter Dirigent, der sein in der Besetzung ja immer wieder neu formiertes Orchester vor allem auch dynamisch homogen und licht punktgenau führte.

War der Mozart schon eine helle Freude, so wurde die "Romance for violin and orchestra" des Engländers Ralph Vaughan Williams (1872-1958) zu einer zauberhaften Überraschung. Auf der Insel ein Star, ist es angesichts der betörenden Klangfarben, in die Williams den "Gesang einer Lerche" (eben der Violine) bettet, völlig unverständlich, warum dieser Komponist nicht schon längst auch auf dem Kontinent zum Repertoire gehört. Da Williams seinen Interpreten in Hinblick auf Phrasierung und Tempi sehr große Freiräume lässt, ist die höchst stimmige Kommunikation zwischen Solist, Dirigent und Orchester nicht hoch genug zu loben.

Zeigten sich die Zuhörer schon vor der Pause restlos begeistert, so überschütteten sie das Kammerorchester am Ende noch ein weiteres Mal mit Beifall. Und es sei hier auch die ausgezeichnete Darstellung der sechsten Sinfonie von Franz Schubert ausdrücklich gewürdigt.

Gleichwohl bildete sie zu den zarten Klängen vor der Pause doch einen starken Kontrast. So interessant Schubert hier das Wechselspiel eines ungewöhnlich groß besetzten und immer wieder dominant eingesetzten Holzbläsersatzes mit dem Streichkörper auskomponiert, so wuchs ihr im Kontext des Abends eine eigentlich nicht so gemeinte  Deftigkeit zu.

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2013
Dokument erstellt am 30.01.2013 um 20:44:59 Uhr
Letzte Änderung am 30.01.2013 um 20:45:52 Uhr


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