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07.02.2013
DETMOLD/HORN-BAD MEINBERG
Detmolder Gymnasiast Marco Achinger studiert neben der Abi-Vorbereitung Philosophie in Bielefeld
Neugierig auf die "Königin der Wissenschaften"

Er studiert schon mal Philosophie | Foto: Schwabe

Detmold/Horn-Bad Meinberg (ans). Eigentlich soll er erst in einem Jahr Abitur machen, also die so genannte Hochschulreife erlangen, aber Marco Achinger wollte nicht so lange warten. Er studiert jetzt schon mal Philosophie in Bielefeld.

Marco lebt in Holzhausen-Externsteine und geht aufs Stadtgymnasium in Detmold. Er weiß gar nicht mehr, ab wann er sich als Kind für Naturwissenschaften begeisterte. Physik und Biologie haben ihn schon immer interessiert, und hier vor allem Darwins Evolutionstheorie.
  Diese löste bei dem jungen Mann auch die Frage nach dem Sinn des Lebens aus. Allerdings zuerst einmal in die Richtung, wieso die Natur eigentlich so viele Umwege gehe und wieso der Mensch zum Beispiel immer noch ein Steißbein oder einen Blinddarm habe, obwohl er beide heutzutage doch gar nicht brauche.

Marco Achinger war von der Neugier gepackt. Diese führte ihn auch zur Philosophie. Bald spürte er allerdings, dass ihn die Suche nach "dem, was die Welt im Innersten zusammenhält" (Goethe), in der Schule nicht weit genug ging. Nicht, dass ihm der Unterricht nicht gefallen hätte, aber er wollte gerne tiefer in die Fragen einsteigen.
  In Paderborn hatte Achinger schon mal ein Praktikum in Physik an der Universität gemacht. Von daher wusste er, dass auch schon studieren kann, wer noch kein Abitur hat. Allerdings brauchte er dafür eine Empfehlung von seinem Lehrer, die ihm sein damaliger Philosophielehrer Klaus Ernst gerne ausstellte.

Seit einem Semester fährt Marco Achinger also jetzt jeden Dienstag nach Bielefeld, um dort zu lernen, wie ganz genau argumentiert wird. "In einem Seminar bekommen wir jede Woche einen etwa 25 Seiten langen Text, meist auf Englisch, den wir durcharbeiten müssen. Im Intranet der Uni nehmen wir dazu Stellung. Wenn wir wieder zusammenkommen, werden die Texte und unsere Statements diskutiert. Dabei wird oft jedes einzelne Wort geprüft, um zu wissen, ob wir das jeweilige Argument auch wirklich richtig verstanden haben", erzählt Marco Achinger.

In diesem Semester haben sie unter anderem nach dem Verhältnis von Geist und Körper gefragt. Sind Geist (Seele) und Körper zwei voneinander unabhängige Substanzen (Plato, Christentum, Leibniz, Decartes) oder ist der Geist (die Seele) doch nur ein Teil des Körpers, hat letztlich also keine eigene Substanz (Thales, Epikur, Laplace Marx, Dennett)? In diesem Zusammenhang findet Marco Achinger die neurobiologischen Forschungen hochinteressant.

Ob er sich als Schüler zwischen all den Studenten nicht ein wenig verloren vorkommt? "Wir diskutieren immer sehr konzentriert. Es fiel gar nicht auf, dass ich noch Schüler bin." Auf die Frage, warum er sich denn gerade die Philosophie ausgesucht habe, die nach fast 3000 Jahren immer noch keine endgültigen Antworten gefunden habe, antwortet Marco Achinger, fast schon ein wenig weise: Für ihn sei der Weg das Ziel.

"Als Königin der Wissenschaften kann die Philosophie immer wieder entscheidende Impulse geben. Man denke nur an den Gesellschaftsvertrag von Jean-Jacques Rousseau oder die Berufung auf die Vernunft von Immanuel Kant. Ohne die beiden lebten wir heute vielleicht nicht in einer Demokratie."

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Dokument erstellt am 06.02.2013 um 22:07:59 Uhr
Letzte Änderung am 06.02.2013 um 22:09:40 Uhr

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