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21.03.2011
STINE VOLKMANN
Lebensfreude inmitten des Chaos
VON STINE VOLKMANN

Ein buntes Musical-Spektakel  mit viel Witz und Charme bot "Anatevka". Das Theater der Altmark brachte die Geschichte auf die Bühne um die jüdischen Bewohner Anatevkas auf die Bühne, die trotz Armut ihren Frohsinn nicht verloren.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Milchmann Tevje mit seiner Familie. Er lebt in einem kleinen jüdischen Dorf in der Ukraine und ist ein Mann der Traditionen. Bald muss er jedoch erkennen, dass es manchmal von Nöten ist Regeln zu brechen, um die Familie glücklich zu machen. Drei seiner fünf Töchter planen selbst, wen sie heiraten wollen, entgegen des Rituals.

Das Stück trumpft mit einer Vielzahl an Schauspielern auf, die teilweise bis in die Nebenrollen grandios besetzt sind. Bei einigen klingen die Texte allerdings leicht hölzern.

Das Publikum hatte besonders Manfred Ohnoutka als Tevje und Tabea Scholz, die die Mutter Golde verkörperte, ins Herz geschlossen. Sehr authentisch und lebensecht zeigen die Darsteller das Dilemma der Figuren, die zwischen Familie und den gesellschaftlichen Traditionen stehen.

Tevje überzeugt mit viel jüdischem Charme, während er Monologe mit Gott führt, um das Für und Wider der Entscheidungen seiner eigensinnigen Töchter abzuwägen. Trotz der hoch gepriesenen Tradition weist er einige Lücken in seiner Religionskenntnis auf - zur Freude der Zuschauer. Golde, die nach außen hin strenge Mutter, duldet keinen Widerspruch, erkennt am Ende aber doch den Wert der Liebe.

Das Bühnenbild zeigt bunte Häuserfassaden, in denen einige Nebendarsteller sitzen und auf die Familie um Tevje nieder blicken, als wollten sie über die Einhaltung der Traditionwachen.
Jan Kittman in der Rolle des jungen Studenten Perchik kann sich stimmlich nicht gegen die Musik behaupten, tanzt und spielt seine Rolle dafür aber umso besser.

Der Choreograph Adrian G. Turner überzeugte das Publikum durch viele gut gestaltete Tanzeinlagen, die gekonnt die Feierlust und Lebensfreude der jüdischen Bewohner zeigte. Einen deutlich starken Applaus erhielten auch die fünf Musiker, die das ganze Stück über auf der Bühne standen. Besonders eindrucksvoll inszenierte Dirk Löschner das Ende des Stücks: Die Geigenspielerin ließ ihre Maskerade als Mann fallen und spielte noch ein letztes Lied auf der Bühne, bevor sich der Vorhang schloss.

Der geschichtliche Hintergrund der Handlung kommt ein bisschen zu kurz. Die Darstellung der Familie, ihre Wünsche und der interne Zusammenhalt sind hingegen sehr gut umgesetzt und zeigen die Mentalität des kleinen Dörfchens, in dem es heißt: "Gott sieht uns so gerne fröhlich, auch wenn das Herz am Boden liegt."

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Dokument erstellt am 21.03.2011 um 19:31:13 Uhr
Letzte Änderung am 22.03.2011 um 12:09:26 Uhr

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