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23.03.2011
SARAH GIULIA KÖHNE
Wie der Fiedler auf dem Dach

Traditionelle Ordnung, auf den Kopf gestellt: In Anatevka funkt die Liebe dazwischen. Ein Musical, das mit großen Gefühlen, sympathischen Figuren und mitreißender Musik aufwartet.

Der jüdische Milchmann Tevje steht vor einem Problem. Eigentlich sind es sogar drei. Seine Töchter Zeitel, Hodel und Chava müssen unter die Haube. Ein Mann mit Geld und einem traditionellen Lebenswandel soll es sein. Die drei Frauen entscheiden sich jedoch für die Liebesheirat. So werden Tevje und seine Frau Golde mit schwierigen Fragen konfrontiert: Liebe oder Tradition? Lieber den Glauben oder das Kind verleugnen?

Keine leichte Entscheidung. Denn, wie der von Manfred Ohnoutka hervorragend selbstironisch gespielte Tevje gleich zu Beginn sagt: "Ohne unsere Tradition wäre unser Leben genauso unsicher wie der Fiedler auf dem Dach!"

Das Leben in Anatevka ist jedoch nicht nur von dem Bedürfnis nach Sicherheit, sondern auch von unbeschwerter, jiddischer Folklore geprägt. Diese wird besonders in bunten, fröhlichen Tanzszenen zum Ausdruck gebracht. Von der ausgezeichneten Klezmer-Kapelle begleitet rauschen die Darsteller in ihren liebevoll zusammengestellten Kostümen zu stimmungsvollen Liedern über den Dorfplatz von Anatevka.

Von dem zurückhaltend gestaltetem Bühnenbild, das aus baukastenartigen Fensterrahmen zusammengesetzt ist, schauen abwechselnd die köstlich schrullige Heiratsvermittlerin Jente (Claudia Lüftenegger), der kleinlaute Rabbi (Christopher Melching) und weitere Bürger auf das Geschehen herab.

Es ist sehr sehenswert, was sich unter der Regie von Dirk Löschner da alles auf der Bühne tut. Messerscharfe Dialoge werden von auf den Punkt gebrachtem Gesang und dem atemberaubend intensiven und gefühlvollen Geigenspiel des "Fiedlers auf dem Dach" (Kinneret Sieradzki) überboten.

Letztlich ergeben sowohl die Inszenierung als auch Dramaturgie und Bühnenbild ein stimmiges Bild, getragen von der wunderbaren Arbeit des musikalischen Leiters Gero Wiest. "Täglich die Ausnahme" hat sich das Theater der Altmark als Motto auf die Fahnen geschrieben. Auch wenn der Abend das Publikum nicht direkt in einen Ausnahmezustand versetzte - eine rundum gelungene Vorstellung war es auf jeden Fall. Es gab begeisterten Applaus.

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Dokument erstellt am 23.03.2011 um 10:01:44 Uhr

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