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27.03.2011
LISA OORD
Kein Fluss auf der anderen Seite

Auf der anderen Seite | Foto: Volker Beushausen

Detmold. Dass ein Film Theater wird, passiert nicht allzu häufig. Das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel stellte sich der Herrausforderung, den preisgekrönten Film "Auf der anderen Seite" von Fatih Akin zu inszenieren. Schicksalhaft, erschreckend und vertraut: Fatih Akins Film zeigt komplizierte und darum umso alltäglicher wirkende Variationen zwischenmenschlicher Beziehungen zwischen Mutter und Tochter beziehungsweise Vater und Sohn. Da sind zum Beispiel eine radikal-politisch organisierte Tochter in Istanbul und ihre Mutter, eine Prostituierte, in Hamburg.

Da sind ein alleinerziehender türkischer Vater und sein 30-jähriger Sohn, deren jahrelange Zweisamkeit durch eine Frau ins Wanken gerät. Zeitgenössische Themen, wie das Bleiberecht politisch Verfolgter und der Islam in Deutschland spielen für die Schicksale eine wichtige Rolle. Die ungewöhnlich realen Lebensgeschichten fließen ineinander, und doch schwappen sie aneinander vorbei und jeder treibt für sich weiter, so lange er nicht nach Versöhnung sucht. Die acht charakterstarken Darsteller machten es leicht, der verzwickten Handlung zu folgen. Im Vordergrund steht jedoch die Identifikation mit der jeweiligen Lebenssituation.

Drei komplizierte Beziehungen spielen wechselnd in drei verschiedenen Städten. Die rasanten Szenenwechsel auf der Bühne des Sommertheaters zwischen Istanbul, Bremen und Hamburg wurden durch ein drehbares Pavillongestell und Wahrzeichen der jeweiligen Stadt - beispielsweise ein Bremer Stadtmusikanten-Verschnitt - gekennzeichnet. Regisseur Christian Scholze und Ausstatterin Anja Hertkorn schufen ein äußerst raffiniertes Bühnenbild. Wichtig ist es deshalb, zu erwähnen, dass die acht Darsteller des Ensembels sich allesamt die ganze Zeit auf der Bühne befanden. Jedoch agierten sie nicht gleichzeitig, sondern saßen zuweilen hinter einer schulterhohen Trennwand.

Durch diesen Effekt sollte der alltägliche Fluss des Lebes verdeutlicht werden. Doch durch die vertieften Sitze im Sommertheater blieb der Effekt den Zuschauern leider ein Stück weit vorenthalten. Einen beeindruckenden und einschneidenen Stopp des Lebens-Flusses ließ jeden im Publikum hochfahren und den Atem anhalten: ein unerwarteter und lauter Schuss eines radikalen Aktivisten auf die lebenslustige und plötzlich instrumentalisierte Tochter. Das Stück endet so aus dem Leben gegriffen, wie es anfing. Spannend - und macht Lust auf das Orginal!

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Dokument erstellt am 27.03.2011 um 21:58:43 Uhr

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Rudolph Brandes Gymnasium

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Stadtgymnasium Detmold

"Ich interessiere mich für Journalismus und möchte antesten, ob dieser Beruf vielleicht etwas für mich wäre."


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"Ich möchte gern testen, ob Journalismus aus beruflicher Sicht etwas für mich ist."


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August-Hermann Francke-Gymnasium

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"Ich interessiere mich für Theater, schreibe gern und möchte Erfahrungen sammeln, da ich Journalistin werden möchte."


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Andreas Beckschäfer
Freier Journalist