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27.03.2011
CHARLOTTE MÖLLER
Auf der anderen Seite

Auf der anderen Seite | Foto: Volker Beushausen

Detmold. "Auf der anderen Seite": Ob im Hinblick auf Tod und Leben, Gefängnis und Freiheit, Verurteilung und Verständnis, ist eigentlich egal. Denn eigentlich ist man immer "auf der anderen Seite". Laut und schnell erzählt das gleichnamige Stück von Fatih Akin von sechs Menschen, ihren Lebensläufen und deren schicksalhaften Zusammenhängen.

Die Inszenierung von Christian Scholze war prall gefüllt mit Szenenwechseln, Figuren und Verwandtschaften. Weil die Zeit innerhalb des Stücks so schnell verging, war es allerdings schwer, die ganzen Verbindungen und einzelnen Persönlichkeiten in Ruhe und angemessen zu betrachten. Erzählt wird von sechs Personen die durch biologische oder auch Seelenverwandtschaft miteinander in Verbindung stehen. Sie drehen sich umeinander im Kreis, ohne es zu merken, was zum Teil tragische Folgen hat.

Zwischendurch sterben nämlich unvermittelt zwei Menschen - und eine davon in einer viel zu lauten Szene. Das gesamte Publikum schreckte auf und hatte wohl auch lange danach den Knall der Pistole in den Ohren. Untermalt wurde alles von türkischer Musik und seltsamen, unpassenden und lauten Alltagsgeräuschen, die einfach abgespielt wurden und absolut nicht zur restlichen Atmosphäre passten. Interessant war jedoch die Wahl der Lautsprecherplatzierung, die doch irgendwo das Gefühl erzeugten, man befinde sich mitten im Geschehen.

Das Bühnenbild war zwar zum Großteil mehr praktisch geprägt als wirklich schön und eher gewöhnlich denn spektakulär, jedoch stand es symbolhaft für die Geschichten, die erzählt wurden. Zum Beispiel verlassen die Schauspieler, wenn auch unsichtbar für das Publikum im Sommertheater, nie ganz die Bühne. Sondern sie sitzen hinter einer schwarz-weiß-gestreiften Wand. So sind auch sie und das Publikum auf einer anderen Seite.

Der wunderbare, blaue, gemalte Himmel, der zum Träumen anregte und, gekennzeichnet durch die jeweiligen Aufsteckbilder, mehrfach einen Ortswechsel anzeigte, kombiniert mit einem süßen Kunsttomatenbusch, machten den langweiligen Rest des Bühnenbilds aber definitiv wieder wett. Seltsamerweise machte das Theaterstück Lust, den Film, auf dem es basiert, einmal anzusehen. Aber ob das ein Kompliment für die Qualität des Stücks ist, bleibt fraglich.

Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 27.03.2011 um 22:01:30 Uhr

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