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27.03.2011
SARAH GIULIA KÖHNE
Freie Marktwirtschaft oder auch: Sex sells

Der Nacktputzer | Foto: Jürgen Meusel

Detmold. Ein knallroter Tanga, eine gemeinsame Urne für "Papa + Katze" und eine hochexplosive Druckerpatrone - das sind die Waffen, mit denen Bauchmuskeln attackiert werden. Eines ist klar: Wer hier nicht lacht, der tut es nie.

Thomas hat das Spießbürgertum mit der Muttermilch aufgesogen: Das Hemd gehört in die Hose, der Deckel auf die Zahnpasta und Bücher dürfen nicht aufgeschlagen herumliegen. Alles nervige, jedoch nicht weiter ungewöhnliche Regeln, wenn man noch zu Hause wohnt. Und das tut Thomas. Mit seinen vollen 38 Jahren.

"Jetzt noch ausziehen?" Nicht sein Ding. Eigentlich kann er ja auch nicht ohne die täglichen Quengeleien mit Mutter. Aber die nerven trotzdem. Seine Lösung: Mutter muss lockerer werden! Wie ginge das besser, als sie mit einem nackten Mann zu überraschen? So steht eines fröhlichen Tages der Nacktputzer Andrzej vor der gemeinsamen Haustür. Sein Motto: "Blitz und blank". Er räumt nicht nur die Wohnung, sondern gleich auch noch mit den Familienverhältnissen auf. Und erzeugt dabei ein erhebliches Chaos...

Überspitzte Dialoge, skurrile Charaktere und absurde Situationen - das Stück von Jörg Menke-Peitzmeyer gibt viel her. Und all dieses Potenzial wird in der Aufführung des Nordharzer Städtebundtheaters auf den Punkt gebracht. Ein ausgezeichnetes Ensemble, aus dem die rehäugige und köstlich verklemmte Edith Jeschke noch ein wenig hervorsticht, spielt die Situationskomik gekonnt aus. Aber es entwickeln sich auch ernste Fragen, die glaubwürdig eingestreut werden: Was verstehst du unter Leben? Wann bist du "erwachsen"? Und was tust du für Geld?

Und da Theater im urig kleinen Grabbe-Haus im wahrsten Sinne des Wortes "hautnah" sein muss, gehen diese Fragen unter die Haut. Aber auch, weil die vertrackten Unterhaltungen wie aus dem Leben gegriffen sind, kann der Zuschauer mitfühlen.

Eher nicht aus dem Leben gegriffen, dafür umso amüsanter sind die Requisiten: Thomas klemmt sich sein Puzzle unter den Arm, möchte die Wohnung mit einer Reisetasche in Hundeoptik verlassen und Andrzej erscheint im lila Spitzenbademantel im Türrahmen: Ausstatterin Susanne Bachmann hat ganze Arbeit geleistet. "Das ultimative (Putz)Erlebnis: Der Nacktputzer hält, was er verspricht!

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Dokument erstellt am 27.03.2011 um 18:53:52 Uhr

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