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28.03.2011
STINE VOLKMANN
Nackte Tatsachen

Detmold. Das Stück "Der Nacktputzer" hat mit seinem Titel nicht zu viel versprochen. Es handelt sich um eine Verwechselungs- und Beziehungskomödie zwischen Mutter und Sohn.
  Jörg Menke-Peitzmeyer schrieb das Stück, welches im Dezember vergangenen Jahres seine Uraufführung im Nordharzer Städtebundtheater feierte. Jetzt war es im Detmolder Grabbe-Haus zu sehen.

Junggeselle Thomas ist 38 Jahre alt und wohnt noch bei Mutti. Sein Vater starb vor 35 Jahren, seither leben die beiden in konservativem Muff. Sie können sich nicht voneinander lösen, und jeder fühlt sich vom anderen in seiner Freiheit eingeschränkt. Da kommt Thomas die Idee: Es muss ein Nacktputzer für seine Mutter her, der "das Muffige aus der Wohnung putzt".

Das Bühnenbild stellt die ordentlich geputzte Wohnung dar. An den Wänden: Puzzlebilder, die das Hobby von Sohn Thomas deutlich machen. Mutter Patricia hat Angst vor Terroristen und glaubt fest an ihre Verschwörungstheorien. Da ist es für den polnischen Nacktputzer Andrzej (großartig gespielt von Jörg Vogel), doppelt so schwer, seiner Arbeit nach zu gehen. Dieser soll das Verbindungsstück zwischen Mutter und Sohn darstellen, sexuelle Frustrationen auflösen und schließlich die sterile Atmosphäre auflockern. Zu einer Aussprache kommt es tatsächlich, doch damit ist das Stück noch lange nicht beendet...

Die Schauspieler unterhielten das Publikum mit einer Menge humoristischer Einlagen und authentisch dargestellten Charakteren. Die Dialoge sorgten teilweise für überraschende Lacher, setzten aber zu oft auf Fragespiele und Wortwiederholungen, um die Parallelen in der Persönlichkeit von Mutter und Sohn zu unterstreichen.

Sehr gelungen war die Musikauswahl, etwa, als plötzlich Heintje sang: "Mama, du musst doch nicht um deinen Jungen weinen."
Die Geschichte nimmt noch ein paar überraschende Wendungen, als die beiden Familienmitglieder einander gestehen, schon seit Jahren feste Partner zu haben. Doch Beweise gibt es dafür nicht. Auch die Angst vor Terroristen soll sich als nicht ganz unbegründet herausstellen.

Die am Ende nicht bis in alle Einzelheiten aufgeklärte Handlung sorgt dafür, dass die Zuschauer auch nach dem Stück noch über die Vorführung nachdenken.

Mit viel guter Laune wurde das begeisterte Publikum in den Abend verlassen.

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Dokument erstellt am 28.03.2011 um 16:16:23 Uhr

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