Den Emotionen von Heimatlosen Ausdruck zu verleihen, das war das Ziel hinter "Elemente - Ögeler", der Produktion des Landestheaters Burghofbühne Dinslaken. Der Plan: türkische Musik, abwechselnd vorgetragen mit türkischer Literatur, auf die Bühne zu bringen. So wollte vor allem Ömer Simsek, der Regisseur des Stückes, zum Wachstum des interkulturellen Verständnisses beitragen. Ein ehrenhaftes, aber mühevolles Unterfangen, wie sich leider im Laufe des Abends herausstellt.
Die Szenerie ist klug gestaltet: Schwaches Licht auf der Bühne, auf der sich lediglich ein Flügel und zwei Stühle befinden, aber auch die hohen Decken der Erlöserkirche - all dies bietet viel Raum für Gefühle. Den nutzen die drei Männer. Allerdings auf eine Weise, die das Rätsel des Heimatlosen trotzdem nicht löst.
Der Schauspieler Ömer Simsek stellt die deutschen Texte so monoton, verbissen und in periodischen Abständen brüllend vor, dass dem Zuschauer der Sinn dahinter verborgen bleibt. Auch sein anklagender Tonfall erzeugt schlichtweg ungemütliche Stimmung.
Die zunächst noch spannende Synthese von Baglama (Laute) und Klavier kann das allgemeine Interesse langzeitig ebenfalls nicht aufrecht erhalten. Schade, denn in dieser Kombination liegt eigentlich großes Potenzial. Wolfgang Schneider beherrscht das Klavierspiel mit einer herrlichen Intensität, und Hamdi Tanses sorgt mit traditionellen, türkischen Volksliedern im ersten Teil noch für begeistertes Klatschen der Zuschauer. Die Textsicheren singen die Melodien sogar mit. Allerdings bedienen sich die Musiker nur sehr oberflächlich an der Vielfalt, die diese Kombination hätte bieten können.
Der Dialog zwischen den Instrumenten bleibt leider der einzige im Raum. Ömer Simsek schreit - und das Publikum schaut beschämt zu Boden. Nur wenn er die Elemente demonstriert und aus blechernen Eimern Erde auf dem Boden verteilt, an einer Feder den Luftzug verdeutlicht und mit Wasser spielt, dann schauen die Zuschauer gebannt hin.
"Verwundet von Kopf bis Fuß" ist der Heimatlose. Er lässt das Publikum mit dieser sachlich vorgetragenen Information im Regen stehen. Zum Glück sind es nur Töne, die auf die Zuschauer einprasseln.







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