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26.03.2011
LISA OORD
Öde Elemente

Detmold. Die Frage eines Heimatlosen: "Oh Land, wo bist du? Das Land, das meine Sprache spricht?" Die Collage "Elemente - Ögeler", ein Beitrag des Landestheaters Burghofbühne Dinslaken zu den Landesbühnentagen, tastet sich an diese Fragen heran und beginnt mit dem Ursprung - den vier Elementen.

"Eigentlich begann es mit der Frage nach der Existenz", sagte der sympathische Regisseur und Schauspieler Ömer Simsek nach der Vorstellung in der Erlöserkirche am Markt. Die Suche nach den eigenen Wurzeln erweckte in dem Sohn einer türkischen Familie aus der ersten Gastarbeitergeneration das Interesse an der türkischen Volksmusik, die er bis dahin noch gar nicht nicht kannte. Seine Inszenierung stellt die Musik und die Verbindung des Menschen mit den vier Elementen  in den Mittelpunkt. Zusammen mit dem Pianisten Wolfgang Schneider und den Volkslieder-Sänger Hamdi Tanses lernte Simsek die türkische Volksmusik näher kennen und lieben. Drei Männer, so verschieden sie auch auf Grund ihrer Herkunft sein mögen, eines verbindet sie sehr stark und das ist das Interesse und die Liebe zur türkischen Musik und Literatur.

Bedeutend für Simseks Suche war Yunus Emre, ein türkischer Dichter im 13. Jahrhundert. Monoton sprechend trug Ömer Simsek Textpassagen des Dichters Yunus Emre über Feuer, Wasser, Erde, Luft spannungsvoll, anklagend und verzweifelt vor. Simsek hat Emres Texte ins Deutsche übersetzt. Dazu gab es musikalische Einlagen aus türkischer Klassik und Volksmusik. Mit Musik von Franz Liszt und Texten von Friedrich Nietzsche war auch die Brücke zur deutschen Klassik gebaut.

Wolfgang Schneider bewies sein Können mit expressivem und hoch professionellem Klavierspiel. Der Pianist ist ein Fan der türkischen Musik geworden und gibt schon seit Jahren Konzerte in der Türkei. Er schrieb die türkische Musik für das europäische Instrument auf eigene Faust um. Eine hoch intellektuelle Begegnung der Kulturen.
Mit ausdrucksstarkem Gesang an der Baglama verzauberte Hamdi Tanses besonders die Zuschauer mit türkischen Wurzeln. Berührt sangen einige die türkischen Volkslieder mit.

Auf lange Sicht verlor das Ganze jedoch an Abwechslung und Vielfalt. Die moderne Klaviermusik vermittelte nach und nach ein ungemütliches, unbehagliches Gefühl, und so fiel es schwer, das Geschehen auf der Bühne nachzuvollziehen. Vielleicht war der Ansatz zu intellektuell? Das Stück hätte vor diesem wirklich ausgewogenen, deutsch-türkischen Publikum eine wahre Chance gehabt Integration und kulturelle Vereinigung erlebbar zu machen, doch trotz ihres musikalisch hohen Niveaus und ihrem ehrenwerten Anliegen fanden die Zuschauer keinen Zugang zur Inszenierung. Wirklich schade!

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Dokument erstellt am 26.03.2011 um 11:24:36 Uhr

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