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27.03.2011
LAURA SCHÜRING
Faust

Faust, Spohr Oper | Foto: Hagen König

Detmold. Wie Goethes Tragödie "Faust" sich als  Oper umsetzen lässt, hat am Freitag die beeindruckende Inszenierung der Landesbühnen Sachsen im Landestheater gezeigt. Die romantische Oper von Louis Spohr zeigt eine interessante Ausführung des Faust-Stoffs. Auch wenn Spohrs "Faust" (die Titelrolle wird überzeugend gespielt von Norman Patzke) nicht viel mit seinem "älteren Bruder" gemein hat, gibt es doch Parallelen. In beiden Werken schließt Faust einen Pakt mit dem Teufel Mephistopheles (hier: Hagen Erkrath).

Er sucht bei ihm nach Anerkennung, Macht und Liebe, um sein eigenes Glück zu finden. Hierbei kommt es zu mehreren Hindernissen. So gerät Faust wörtlich in einen Teufelskreis, indem es zwischen Erfolgsmomenten und dunklen Ereignissen keinen Ausweg für ihn gibt. Die dreiaktige Oper spielt an drei Schauplätzen, die jeweils in höchst kreativer Form gestaltet wurden. Erst findet die Handlung in einer Art Unterwelt statt, visualisiert als düsterer U-Bahn-Schacht. Hier leben mehrere Unterweltler, und Faust kommt in Kontakt mit dem Teufel, der ihm hilft, da ihm Fausts Seele verschrieben wurde.

Doch Faust ist mit den Diensten des virtuos bösartig dargestellten Teufels nicht zufrieden, so dass er ihm den Kampf ansagt. Er möchte das Böse nutzen, um Gutes für die Welt zu tun. Hierbei nimmt er sich das junge Mädchen Röschen vor, um sie zu verführen. Doch hier hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Röschen, entzückend gespielt von Judith Hoffmann (und auch heiß geliebt vom Publikum), hat ihren Freund Franz. Als nächstes möchte Faust die Braut des Grafen Hugo aus der Gefangenschaft des bösartigen Gulf befreien. Kunigunde und ihre Mitgefangenen werden erfolgreich gerettet. Der nächste Akt spielt in einer Stadt.

Faust gerät nun in einen weiteren Konflikt, denn er will nun auch Kunigunde für sich erobern. Hierbei hilft ihm der Teufel, doch Faust muss sich zwischen den beiden Frauen entscheiden. Seine Entscheidung fällt: Kunigunde soll die Glückliche sein. Also bringt er Hugo kurzerhand um. Im letzten Akt feiert Mephisto seinen Sieg über Faust, während dieser zunächst glücklich mit Kunigunde zu einer erneuten Wendung gelangt. Er hat seine Meinung geändert und möchte nun doch lieber seine erste Liebe Röschen erobern. Doch dabei stellt sich ihm Kunigunde in den Weg, auch weil sie erfahren hat, dass Faust ihren Verlobten umgebracht hat. Röschen bringt sich im dramatischen Ende um, so dass Faust nun zwei Personen auf dem Gewissen hat.

Das Bühnenbild ist überzeugend gestaltet: Grafikdrucke zeigen eine moderne Stadt von oben. Die Oper gipfelt darin, dass Faust gescheitert daliegt: "ausgezogen von der Hölle".

Diese moderne Inszenierung von Horst O. Kupich überzeugt mit einer Reihe bühnenwirksamer Kostüme und mit guten Darstellern, was auch seitens des Publikums gebührend gefeiert wurde.

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Dokument erstellt am 27.03.2011 um 21:38:18 Uhr

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